Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2017; 14 (1): 8-13
Volltext (PDF) Volltext (HTML) Summary Praxisrelevanz
KurzfassungZiel: Es werden immer wieder verschiedene psychosoziale Interventionen für Frauen und Männer mit Fertilitätsstörungen empfohlen, wobei aber unklar
bleibt, was deren Wirkungen auf die Lebensqualität und auf die Schwangerschaftsraten sind. Methoden: Es wird ein Überblick über aktuelle Reviews und
Meta-Analysen zur Wirksamkeit psychosozialer Interventionen bei Fertilitätsstörungen gegeben. Ergebnisse: Es konnten 5 Reviews und 3 Meta-Analysen
identifiziert
werden. Je anspruchsvoller deren Auswertestrategien waren (z. B. Einschätzung des Publikationsbias, Berechnung von Effektstärken), desto
weniger Effekte bezüglich Verbesserung der Lebensqualität bzw. Erhöhung der Schwangerschaftsraten konnten nachgewiesen werden. Manche Schlussfolgerungen
erscheinen aufgrund von Rechenfehlern fragwürdig. Fazit: Mehr als 10 Jahre nach dem ersten Review zu psychosozialen Interventionen bei
Fertilitätsstörungen
lassen sich immer noch keine zuverlässigen Aussagen über die Effekte solcher Interventionen machen. Die sehr große Heterogenität und
die methodischen Unzulänglichkeiten vorliegender Studien machen eine zusammenfassende Bewertung ihrer Effekte in Form von systematischen Reviews
oder Meta-Analysen unmöglich.
