Neutralisierende Antikörper gegen Interferon-beta in der Therapie der Multiplen Sklerose: Haben sie eine klinische Bedeutung?
Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2003; 4 (2): 35-38
Volltext (PDF) Summary Abbildungen
Keywords: Avonex, Betaferon, Interferon beta-1a, Interferon beta-1b, Multiple Sklerose, Neurologie, Neutralisierende Antikörper, Rebif
Rekombinantes Interferon-beta (IFN-beta) gilt als Therapie der ersten Wahl bei schubförmig verlaufender Multipler Sklerose (MS). Bis zu einem Drittel der Patienten entwickelt im Therapieverlauf neutralisierende Antikörper (NAB) gegen IFN-beta. NAB, welche eine Untergruppe aller Antikörper gegen IFN-beta darstellen, reduzieren die biologische Aktivität und in der Folge die Wirksamkeit von IFN-beta, indem sie die Bindung von IFN-beta am Rezeptor blockieren. Zahlreiche Studien belegen, daß die Anwesenheit von NAB zu einem Anstieg der Schubfrequenz und zu einer Zunahme der Läsionslast im Zentralnervensystem führt. Während NAB meist zwischen 6 und 18 Monaten nach Therapiebeginn mit IFN-beta nachweisbar sind, zeigt sich die negative Auswirkung auf den klinischen Effekt erst ab dem zweiten bis dritten Behandlungsjahr. NAB unterliegen einem dynamischen Prozeß; Studien zeigen, daß NAB-positive Patienten im Therapielangzeitverlauf trotz Fortführung der IFN-beta-Therapie wieder in den NAB-negativen Status zurückkehren. Um das Problem der NAB gegen IFN-beta bewältigen zu können, ist ein NAB-Screening ab Therapiebeginn in regelmäßigen Abständen zu empfehlen. So können NAB-positive MS-Patienten zu einem Zeitpunkt erfaßt werden, zu dem der Antikörpertiter noch niedrig ist, und Strategien in Erwägung gezogen werden, welche zur Rückbildung der NAB führen.
Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2003; 4 (2): 35-38
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Keywords: Avonex, Betaferon, Interferon beta-1a, Interferon beta-1b, Multiple Sklerose, Neurologie, Neutralisierende Antikörper, Rebif
Rekombinantes Interferon-beta (IFN-beta) gilt als Therapie der ersten Wahl bei schubförmig verlaufender Multipler Sklerose (MS). Bis zu einem Drittel der Patienten entwickelt im Therapieverlauf neutralisierende Antikörper (NAB) gegen IFN-beta. NAB, welche eine Untergruppe aller Antikörper gegen IFN-beta darstellen, reduzieren die biologische Aktivität und in der Folge die Wirksamkeit von IFN-beta, indem sie die Bindung von IFN-beta am Rezeptor blockieren. Zahlreiche Studien belegen, daß die Anwesenheit von NAB zu einem Anstieg der Schubfrequenz und zu einer Zunahme der Läsionslast im Zentralnervensystem führt. Während NAB meist zwischen 6 und 18 Monaten nach Therapiebeginn mit IFN-beta nachweisbar sind, zeigt sich die negative Auswirkung auf den klinischen Effekt erst ab dem zweiten bis dritten Behandlungsjahr. NAB unterliegen einem dynamischen Prozeß; Studien zeigen, daß NAB-positive Patienten im Therapielangzeitverlauf trotz Fortführung der IFN-beta-Therapie wieder in den NAB-negativen Status zurückkehren. Um das Problem der NAB gegen IFN-beta bewältigen zu können, ist ein NAB-Screening ab Therapiebeginn in regelmäßigen Abständen zu empfehlen. So können NAB-positive MS-Patienten zu einem Zeitpunkt erfaßt werden, zu dem der Antikörpertiter noch niedrig ist, und Strategien in Erwägung gezogen werden, welche zur Rückbildung der NAB führen.
