Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2023; 24 (4): 109-112
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Keywords: Diagnose, Ganganalyse, Neurologie, Normaldruckhydrozephalus, Parkinsonkrankheit, Walk-Ratio, gait analysis, normal pressure hydrocephalus, Parkinson’s disease
Gait speed is a common assessment tool in neurologic and geriatric medicine. For diseases with altered gait patterns, an instrumented gait analysis may additionally support the diagnostic process. We describe two examples in which gait analysis on a sensor mat confirmed the suspected diagnosis of normal pressure hydrocephalus (NPH) and Parkinson’s disease (PD). The walk ratio (WR), which describes the step-length/ step-frequency ratio, served as one of the diagnostic gait parameters.
In the patient with suspected NPH, WR improved after liquor puncture into the normal range (0.39 cm*min versus 0.64 cm*min). In the patient with suspected PD, WR improved also considerably after administration of high-dose levodopa (0.20 cm*min versus 0.32 cm*min). Overall, the results of the gait analyses confirmed the clinical course and the subjective perception of both patients after therapeutic intervention.
Instrumented gait analysis may be useful in the diagnostic process of diseases like NPH or PD. With the description of disease-specific gait parameters, therapy-related changes can be better mapped, as these affect specific domains of walking rather than walking speed. WR seems to be an appropriate, change sensitive, parameter to support the diagnostic approach.
Kurzfassung: Neben der Messung der Gehgeschwindigkeit können bei der instrumentierten
Ganganalyse weitere Gangparameter gemessen werden, die die Diagnostik von neurologischen und geriatrischen Erkrankungen unterstützen. Es werden 2 Beispiele beschrieben, bei der die Ganganalyse auf einer Sensor-Matte die Diagnostik bei Verdacht auf Normaldruckhydrozephalus (NPH) und Parkinson-Krankheit (PD) unterstützte. Als diagnostischer Parameter wurde u.a. die Walk-Ratio (WR) bestimmt, die das Schrittlängen/Schrittfrequenz-Verhältnis
abbildet.
Bei einem Patienten mit Verdacht auf NPH verbesserte sich die WR nach Punktion deutlich bis in den
Normalbereich (0,39 cm*min versus 0,64 cm*min). Bei einem Patienten mit Verdacht auf PD verbesserte sich die WR nach Gabe von hochdosiertem Levodopa deutlich (0,20 cm*min versus 0,32 cm*min). Insgesamt bestätigten die Ergebnisse der Ganganalysen den klinischen Verlauf und das subjektive Empfinden der Patienten nach therapeutischen Maßnahmen.
Die instrumentierte Ganganalyse kann zur Unterstützung der Diagnostik bei Verdacht auf NPH und PD genutzt werden. Mit der Beschreibung von krankheitsspezifischen Gangparametern können therapiebedingte Veränderungen besser abgebildet werden, da diese sich eher auf spezifische Domänen des Gangbildes auswirken als auf die Gehgeschwindigkeit. Als ein besonders geeigneter veränderungssensitiver Parameter hat sich hier die WR erwiesen.
