Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
 
Summary
Neesen J
Genetisch bedingte Störungen der Spermienmotilität

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2004; 1 (3): 184-189

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Abb. 1: Axomen - Zilie

Keywords: AsthenozoospermieAxomenGenetikMotilitätSpermienSpermienflagelle

Das Spermatozoon der SĂ€uger ist eine Ă€ußerst komplex aufgebaute bewegliche Zelle, die in Kopf und Flagelle unterteilt werden kann. Der Kopf enthĂ€lt das genetische Material in einer stark kondensierten Form sowie das Akrosom, welches fĂŒr die Penetration der weiblichen Eizelle benötigt wird. Die Flagelle erzeugt unter Verbrauch von Energie die Bewegung, die gewĂ€hrleisten soll, daß das genetische Material des Vaters in die weibliche Eizelle gelangt. Störungen der MotilitĂ€t der Spermatozoen bedingen in der Regel eine verminderte FertilitĂ€t. Bei etwa 30–40 % der infertilen MĂ€nner ist die Ursache fĂŒr ihre Störung in einer Asthenozoospermie bzw. Oligoasthenoteratozoospermie zu suchen. In der Mehrzahl der FĂ€lle ist jedoch davon auszugehen, daß diesen Störungen keine genetischen Defekte zugrunde liegen. Wie hoch der Prozentsatz der infertilen MĂ€nner mit genetisch bedingten Störungen der SpermienmotilitĂ€t ist, kann zur Zeit noch nicht angegeben werden. WĂ€hrend chromosomale VerĂ€nderungen bei Patienten mit Azoo- oder Oligozoospermie eine wichtige Ursache darstellen, werden sie bei Patienten mit Asthenozoospermie nur in EinzelfĂ€llen beobachtet. Bei ca. 1 % der infertilen Patienten werden strukturelle Störungen in allen Spermien gefunden. Hier kann angenommen werden, daß Mutationen in einzelnen Genen die Ursache sind. Neuere Untersuchungen belegen eine Verbindung von Sequenzvariationen in der mitochondrialen DNA und einer gestörten SpermienmotilitĂ€t. Aber auch hier fehlen noch konkrete Angaben zur HĂ€ufigkeit. Die Identifizierung und funktionelle Analyse neuer, fĂŒr die SpermienmotilitĂ€t relevanter Gene in der Maus lĂ€ĂŸt hoffen, daß unser bisher noch unzureichendes Wissen zu den genetischen Ursachen der Asthenozoospermie in den nĂ€chsten Jahren erweitert wird.
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