Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
 
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Toplak H
Das Metabolische Syndrom - Beginn des "Tödlichen Quartetts"?

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2005; 12 (Supplementum C): 6-7

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Keywords: KardiologieMetabolisches Syndrom

Das Metabolische Syndrom (MetSy) ist heute der entscheidende Risikofaktor der Sklerose der großen GefĂ€ĂŸe und damit verantwortlich fĂŒr die Mehrzahl der TodesfĂ€lle – auch in Österreich. Die Definition des MetSy wurde in den letzten Jahren einem leichten Wandel unterzogen. Die Klassifikationen (vor allem WHO und NCEP-ATP-III) nĂ€hern sich marginal unterschiedlich entweder via Insulinresistenz oder Fettverteilung an den Menschen, und sind daher naturgemĂ€ĂŸ in GrenzfĂ€llen nicht 100 % deckungsgleich, obwohl die meisten "schwerer betroffenen" Patienten dann in beiden Schemata als MetSy klassifiziert werden. Wir haben gelernt, daß die androide Adipositasform und damit das viszerale Fett zentraler Triggerfaktor des MetSy ist und auch zahlreiche neuere makrovaskulĂ€re Risikofaktoren, wie Akutphasenproteine, EntzĂŒndungsmediatoren und prokoagulatorische ZustĂ€nde, beeinflußt. Die oft erst spĂ€ter hinzutretende Blutzuckerstoffwechselstörung bis hin zum Diabetes mellitus Typ II selbst verursacht mehrheitlich zusĂ€tzlich die Mikroangiopathien. Das "Tödliche Quartett" ist verwandt mit der NCEP-Definition des MetSy, es wurde ihm als Folge der "Upper Body Obesity" und des assoziierten Risikoclusters (Glukosetoleranzstörung, HypertriglyzeridĂ€mie und Hypertonie) der vaskulĂ€re Tod angelastet. Das "Tödliche Quartett" ist dem MetSy also verwandt und eher als sein Vollbild zu verstehen, das naturgemĂ€ĂŸ damit zuerst auftreten kann. Die neuesten aktuellen IDF-Richtlinien 2005 (IDF Consensus worldwide definition of the metabolic syndrome in clinical practice) gehen noch einen Schritt weiter und nehmen den Bauchumfang auf niedrigerem Level als bisher (Mann > 94 und Frau > 80 cm) als unabdingbaren Parameter in die Klassifikation des MetSy auf, die anderen beiden Risikofaktoren sind variabel. Das entspricht auch den Grundlinien des Autors.
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