Chronische Pankreatitis: Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie. Teil III: Endoskopische und chirurgische Therapie
Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2006; 4 (3): 5-9
Volltext (PDF) Summary
Keywords: Diagnostik, Empfehlung, Gastroenterologie, Insuffizienz, Pankreas, Pankreatitis, Therapie
Die Diagnosestellung einer therapiebedĂŒrftigen "chronischen Pankreasinsuffizienz"â beruht auf: ● zumindest einem typischen Symptom (Gewichtsverlust, Malnutrition, Bauchschmerzen/Meteorismus, Durchfall, fettiger Stuhl, Diabetes mellitus) in Verbindung mit ● sonographischen oder radiologischen Hinweisen auf eine chronische Pankreatitis (z.B. Verkalkungen, Gangdilatation, Pseudozyste), oder ● Nachweis einer erniedrigten Konzentration von Chymotrypsin oder Elastase im Stuhl. FĂŒr die Diagnose von Komplikationen und die Differentialdiagnose (z. B. Karzinom) kann eine ERCP, Endosonographie, CT oder Magnetresonanzuntersuchung (MRCP) notwendig werden. Bei Verdacht auf Vorliegen eines Karzinoms in einer dieser Methoden kann eine Tumormarkerbestimmung (CA 19-9, CEA) hilfreich sein. Alternativer Diagnoseweg Bei klinischem Verdacht auf Vorliegen einer exokrinen Pankreasinsuffizienz, die mit den oben angefĂŒhrten Kriterien nicht diagnostiziert werden kann, soll eine Diagnose ex juvantibus einer "chronischen Pankreasinsuffizienz" wie folgt angestrebt werden: ● zumindest zwei typische Symptome (Gewichtsverlust, Malnutrition, Bauchschmerzen/Meteorismus, Durchfall, fettiger Stuhl, Diabetes mellitus) in Verbindung mit ● einem anamnestischen Hinweis auf Zustand nach einer akuten Pankreatitis oder nach einem endoskopischinterventionellen oder einem operativen Eingriff am Pankreas oder an den Gallenwegen oder Gallensteinerkrankung oder regelmĂ€Ăigem hohem Alkoholkonsum, oder HypertriglyzeridĂ€mie oder HyperkalzĂ€mie Dazu erfolgt eine Probetherapie: ● 8 Wochen lang Tagesdosis von 100.000 Einheiten Lipase, aufgeteilt je nach GröĂe der Mahlzeiten, und ● Symptomkontrolle nach 8 Wochen (z. B. Besserung der subjektiven Symptome, Gewichtszunahme, Abnahme des Durchfalls, Besserung des ErnĂ€hrungszustandes). Die Zielparameter der Therapie der chronischen Pankreatitis und der Pankreasinsuffizienz sind neben der so weit als möglichen Beseitigung kausaler Faktoren (Gallenwegserkrankung, Alkoholabusus) die Wiederherstellung oder der Erhalt eines normalen ErnĂ€hrungszustandes und die weitestgehende Reduktion der subjektiv als unangenehm empfundenen Symptome. Aufgrund des erhöhten Karzinomrisikos bei chronischer Pankreatitis ist eine jĂ€hrliche Ultraschalluntersuchung des Pankreas, oder bei eingeschrĂ€nkter SchallqualitĂ€t, eine Computertomographie mit enger SchnittfĂŒhrung ("Pankreasprotokoll") empfehlenswert.
Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2006; 4 (3): 5-9
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Keywords: Diagnostik, Empfehlung, Gastroenterologie, Insuffizienz, Pankreas, Pankreatitis, Therapie
Die Diagnosestellung einer therapiebedĂŒrftigen "chronischen Pankreasinsuffizienz"â beruht auf: ● zumindest einem typischen Symptom (Gewichtsverlust, Malnutrition, Bauchschmerzen/Meteorismus, Durchfall, fettiger Stuhl, Diabetes mellitus) in Verbindung mit ● sonographischen oder radiologischen Hinweisen auf eine chronische Pankreatitis (z.B. Verkalkungen, Gangdilatation, Pseudozyste), oder ● Nachweis einer erniedrigten Konzentration von Chymotrypsin oder Elastase im Stuhl. FĂŒr die Diagnose von Komplikationen und die Differentialdiagnose (z. B. Karzinom) kann eine ERCP, Endosonographie, CT oder Magnetresonanzuntersuchung (MRCP) notwendig werden. Bei Verdacht auf Vorliegen eines Karzinoms in einer dieser Methoden kann eine Tumormarkerbestimmung (CA 19-9, CEA) hilfreich sein. Alternativer Diagnoseweg Bei klinischem Verdacht auf Vorliegen einer exokrinen Pankreasinsuffizienz, die mit den oben angefĂŒhrten Kriterien nicht diagnostiziert werden kann, soll eine Diagnose ex juvantibus einer "chronischen Pankreasinsuffizienz" wie folgt angestrebt werden: ● zumindest zwei typische Symptome (Gewichtsverlust, Malnutrition, Bauchschmerzen/Meteorismus, Durchfall, fettiger Stuhl, Diabetes mellitus) in Verbindung mit ● einem anamnestischen Hinweis auf Zustand nach einer akuten Pankreatitis oder nach einem endoskopischinterventionellen oder einem operativen Eingriff am Pankreas oder an den Gallenwegen oder Gallensteinerkrankung oder regelmĂ€Ăigem hohem Alkoholkonsum, oder HypertriglyzeridĂ€mie oder HyperkalzĂ€mie Dazu erfolgt eine Probetherapie: ● 8 Wochen lang Tagesdosis von 100.000 Einheiten Lipase, aufgeteilt je nach GröĂe der Mahlzeiten, und ● Symptomkontrolle nach 8 Wochen (z. B. Besserung der subjektiven Symptome, Gewichtszunahme, Abnahme des Durchfalls, Besserung des ErnĂ€hrungszustandes). Die Zielparameter der Therapie der chronischen Pankreatitis und der Pankreasinsuffizienz sind neben der so weit als möglichen Beseitigung kausaler Faktoren (Gallenwegserkrankung, Alkoholabusus) die Wiederherstellung oder der Erhalt eines normalen ErnĂ€hrungszustandes und die weitestgehende Reduktion der subjektiv als unangenehm empfundenen Symptome. Aufgrund des erhöhten Karzinomrisikos bei chronischer Pankreatitis ist eine jĂ€hrliche Ultraschalluntersuchung des Pankreas, oder bei eingeschrĂ€nkter SchallqualitĂ€t, eine Computertomographie mit enger SchnittfĂŒhrung ("Pankreasprotokoll") empfehlenswert.
