Anticholinergika bei überaktiver Blase und benignem Prostatasyndrom
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2007; 14 (2) (Ausgabe für Österreich): 9-12
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2007; 14 (2) (Ausgabe für Schweiz): 8-11
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2007; 14 (1) (Ausgabe für Deutschland): 7-10
Volltext (PDF) Summary
Keywords: Anticholinergika, Benignes Prostatasyndrom, BPS, anticholinergics, benign prostate syndrome, BPS
Das klinische Bild des benignen Prostatasyndroms (BPS) ist vielfƤltig. StandardmƤĆig werden die Patienten mit benigner prostatischer Obstruktion operativ behandelt. Ein wesentlicher Anteil der betroffenen MƤnner leidet vorwiegend unter Drangsymptomen wie Pollakisurie und gehƤuftem imperativen Harndrang mit oder ohne Harninkontinenz. Nach dem Versagen der primƤren konservativen Behandlung mit selektiven Alpha-1- Adrenoblockern und/oder 5-alpha-Reduktasehemmern in dieser Patientengruppe (Non-Responder) wird hƤufig die Indikation zu weniger akzeptablen invasiven Therapieoptionen gestellt. Die Ergebnisse von internationalen multizentrischen Studien zur Wirkung von Anticholinergika bei Patienten mit dem Syndrom āüberaktive Blaseā zeigten deren Effizienz und günstiges Nebenwirkungsprofil. Dies führte zur kritischen Betrachtung des Problems der Anwendung von Anticholinergika bei benigner Hyperplasie der Prostata als āklassischeā Kontraindikation und zu einer breiteren Indikationsstellung zur konservativen Therapie bei Non-Respondern. Die vorliegende Analyse der aktuellen Publikationen zur Anwendung von Anticholinergika zeigt, daĆ ein selektioniertes Patientenkollektiv mit irritativen Beschwerden bei BPS von dieser Therapie profitieren kann. Eine Tendenz zur Entwicklung des akuten Harnverhaltes konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden. Eine kontrollierte Anwendung von Anticholinergika in Kombination mit selektiven Alpha-1-Blockern scheint mƶglich zu sein. Weitere Studien auf diesem Gebiet müssen noch nicht geklƤrte Fragen beantworten und die Wirkung von neuen anticholinergen Substanzen wie M3-selektiven Antimuskarinika oder Fesoterodin prüfen.
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2007; 14 (2) (Ausgabe für Österreich): 9-12
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2007; 14 (2) (Ausgabe für Schweiz): 8-11
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2007; 14 (1) (Ausgabe für Deutschland): 7-10
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Keywords: Anticholinergika, Benignes Prostatasyndrom, BPS, anticholinergics, benign prostate syndrome, BPS
Das klinische Bild des benignen Prostatasyndroms (BPS) ist vielfƤltig. StandardmƤĆig werden die Patienten mit benigner prostatischer Obstruktion operativ behandelt. Ein wesentlicher Anteil der betroffenen MƤnner leidet vorwiegend unter Drangsymptomen wie Pollakisurie und gehƤuftem imperativen Harndrang mit oder ohne Harninkontinenz. Nach dem Versagen der primƤren konservativen Behandlung mit selektiven Alpha-1- Adrenoblockern und/oder 5-alpha-Reduktasehemmern in dieser Patientengruppe (Non-Responder) wird hƤufig die Indikation zu weniger akzeptablen invasiven Therapieoptionen gestellt. Die Ergebnisse von internationalen multizentrischen Studien zur Wirkung von Anticholinergika bei Patienten mit dem Syndrom āüberaktive Blaseā zeigten deren Effizienz und günstiges Nebenwirkungsprofil. Dies führte zur kritischen Betrachtung des Problems der Anwendung von Anticholinergika bei benigner Hyperplasie der Prostata als āklassischeā Kontraindikation und zu einer breiteren Indikationsstellung zur konservativen Therapie bei Non-Respondern. Die vorliegende Analyse der aktuellen Publikationen zur Anwendung von Anticholinergika zeigt, daĆ ein selektioniertes Patientenkollektiv mit irritativen Beschwerden bei BPS von dieser Therapie profitieren kann. Eine Tendenz zur Entwicklung des akuten Harnverhaltes konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden. Eine kontrollierte Anwendung von Anticholinergika in Kombination mit selektiven Alpha-1-Blockern scheint mƶglich zu sein. Weitere Studien auf diesem Gebiet müssen noch nicht geklƤrte Fragen beantworten und die Wirkung von neuen anticholinergen Substanzen wie M3-selektiven Antimuskarinika oder Fesoterodin prüfen.
