Polymorphismen des Angiotensin-Converting-Enzym-Gens beeinflussen depressive Störungen und kardiovaskuläre Erkrankungen
Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2009; 10 (4): 24-33
Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Abbildungen
Keywords: Kardiologie, Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie
Depressive Störungen (âMajor depressive disorderâ, MDD) sind sowohl mit kardiovaskulĂ€ren Erkrankungen als auch mit der dadurch bedingten MortalitĂ€t assoziiert. Eine ĂberaktivitĂ€t der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- (âhypothalamic-pituitary-adrenalâ, HPA) Achse und EntzĂŒndungsprozesse wurden ebenfalls bei beiden Erkrankungen gefunden. Man nimmt an, dass das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) die AktivitĂ€t des HPA-Systems beeinflusst. Das ACE-Gen, welches mit kardiovaskulĂ€ren Erkrankungen assoziiert ist, stellt daher ein geeignetes Kandidatengen fĂŒr die Untersuchung von Assoziationen mit affektiven Erkrankungen dar. Wir untersuchten die genetische Assoziation von Polymorphismen des ACE-Gens mit der SuszeptibilitĂ€t fĂŒr eine MDD in 2 unabhĂ€ngigen Fall- Kontroll-Stichproben. DarĂŒber hinaus wurde die genetische Assoziation des ACE-Insertions/Deletions- Polymorphismus und des Einzelnukleotidpolymorphismus (âsingle nucleotide polymorphismâ, SNP) rs4291 mit der AktivitĂ€t des Renin- Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) sowie mit der Funktion der HPA-Achse untersucht. Weiters wurden somatische Risikofaktoren fĂŒr kardiovaskulĂ€re Erkrankungen wie z. B. das Creaktive Protein (CRP) bei depressiven Patienten analysiert. Weiters wurden ZusammenhĂ€nge zwischen Polymorphismen des ACE-Gens und klassischen kardiovaskulĂ€ren Risikofaktoren, die auch in den Framingham-Index zur Risikobewertung eingehen, bei Patienten mit einer MDD, einer koronaren Herzerkrankung (KHK) und bei gesunden Kontrollpersonen untersucht. Es gab einen signifikanten Zusammenhang zwischen SNPs des ACE-Gens und dem Vorhandensein einer MDD. Das T-Allel des SNP rs4291 war mit Depressionen, einer höheren ACE-SerumaktivitĂ€t und einer HPA-HyperaktivitĂ€t assoziiert. Zudem war die basale CRP-Konzentration bei Patienten höher als bei Kontrollpersonen. Sie hing signifikant vom Schweregrad der Depression ab und zeigte eine Assoziation mit Polymorphismen des ACE-Gens. Klassische kardiovaskulĂ€re Risikofaktoren zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen depressiven Patienten und gesunden Kontrollpersonen. Varianten des ACE-Gens, z. B. der SNP rs4291, werden als SuszeptibilitĂ€tsfaktor fĂŒr eine MDD angesehen. Zudem konnten wir einen Einfluss auf die ACE-AktivitĂ€t und die ĂberaktivitĂ€t der HPAAchse zeigen. Varianten des ACE-Gens stellen somit möglicherweise eine pathophysiologische Verbindung zwischen unipolaren Depressionen und kardiovaskulĂ€ren Erkrankungen dar. Des Weiteren bestĂ€tigen unsere Ergebnisse die Hypothese, dass erhöhte CRP-Spiegel bei beiden Erkrankungen mit den gleichen genetisch determinierten pathophysiologischen Prozessen innerhalb des RAAS in Beziehung stehen.
Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2009; 10 (4): 24-33
Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Abbildungen
Keywords: Kardiologie, Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie
Depressive Störungen (âMajor depressive disorderâ, MDD) sind sowohl mit kardiovaskulĂ€ren Erkrankungen als auch mit der dadurch bedingten MortalitĂ€t assoziiert. Eine ĂberaktivitĂ€t der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- (âhypothalamic-pituitary-adrenalâ, HPA) Achse und EntzĂŒndungsprozesse wurden ebenfalls bei beiden Erkrankungen gefunden. Man nimmt an, dass das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) die AktivitĂ€t des HPA-Systems beeinflusst. Das ACE-Gen, welches mit kardiovaskulĂ€ren Erkrankungen assoziiert ist, stellt daher ein geeignetes Kandidatengen fĂŒr die Untersuchung von Assoziationen mit affektiven Erkrankungen dar. Wir untersuchten die genetische Assoziation von Polymorphismen des ACE-Gens mit der SuszeptibilitĂ€t fĂŒr eine MDD in 2 unabhĂ€ngigen Fall- Kontroll-Stichproben. DarĂŒber hinaus wurde die genetische Assoziation des ACE-Insertions/Deletions- Polymorphismus und des Einzelnukleotidpolymorphismus (âsingle nucleotide polymorphismâ, SNP) rs4291 mit der AktivitĂ€t des Renin- Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) sowie mit der Funktion der HPA-Achse untersucht. Weiters wurden somatische Risikofaktoren fĂŒr kardiovaskulĂ€re Erkrankungen wie z. B. das Creaktive Protein (CRP) bei depressiven Patienten analysiert. Weiters wurden ZusammenhĂ€nge zwischen Polymorphismen des ACE-Gens und klassischen kardiovaskulĂ€ren Risikofaktoren, die auch in den Framingham-Index zur Risikobewertung eingehen, bei Patienten mit einer MDD, einer koronaren Herzerkrankung (KHK) und bei gesunden Kontrollpersonen untersucht. Es gab einen signifikanten Zusammenhang zwischen SNPs des ACE-Gens und dem Vorhandensein einer MDD. Das T-Allel des SNP rs4291 war mit Depressionen, einer höheren ACE-SerumaktivitĂ€t und einer HPA-HyperaktivitĂ€t assoziiert. Zudem war die basale CRP-Konzentration bei Patienten höher als bei Kontrollpersonen. Sie hing signifikant vom Schweregrad der Depression ab und zeigte eine Assoziation mit Polymorphismen des ACE-Gens. Klassische kardiovaskulĂ€re Risikofaktoren zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen depressiven Patienten und gesunden Kontrollpersonen. Varianten des ACE-Gens, z. B. der SNP rs4291, werden als SuszeptibilitĂ€tsfaktor fĂŒr eine MDD angesehen. Zudem konnten wir einen Einfluss auf die ACE-AktivitĂ€t und die ĂberaktivitĂ€t der HPAAchse zeigen. Varianten des ACE-Gens stellen somit möglicherweise eine pathophysiologische Verbindung zwischen unipolaren Depressionen und kardiovaskulĂ€ren Erkrankungen dar. Des Weiteren bestĂ€tigen unsere Ergebnisse die Hypothese, dass erhöhte CRP-Spiegel bei beiden Erkrankungen mit den gleichen genetisch determinierten pathophysiologischen Prozessen innerhalb des RAAS in Beziehung stehen.
