Die Bedeutung zerebraler Bypassverfahren in der endovaskulären Behandlungsära kranialer Aneurysmen: Ein Update
Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2011; 12 (3): 284-293
Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Abbildungen
Keywords: Aneurysma, Bypass, Eleana, Hirnarterie, zerebrale Revaskularisation
Bypassverfahren haben an groĂen Zentren mit Spezialisierung fĂŒr neurovaskulĂ€re Erkrankungen nicht an Bedeutung verloren und können Hirnarterien ersetzen, die bei neurochirurgischen Operationen nicht zu erhalten sind. Vor allem bei Patienten mit fusiformen und komplexen Hirnarterienaneurysmen, mit chronisch hypoperfundierten HemisphĂ€ren bedingt durch extra- (ec) oder intrakranielle GefĂ€Ăstenosen oder Okklusionen, mit Moya-Moya-Erkrankung, mit intrakranieller Dissektion oder mit tumorinfiltrierten GefĂ€Ăen wurden zerebrale BypĂ€sse erfolgreich eingesetzt. Durch die rasante Entwicklung endovaskulĂ€rer Techniken ergaben sich auch neue Indikationen fĂŒr die zerebrale Revaskularisation. Dabei stellte sich die Kombination eines Bypasses mit einem therapeutischen endovaskulĂ€ren GefĂ€Ăverschluss als eine besonders effektive Behandlungsstrategie bei schwierigen intrakraniellen Aneurysmen heraus. DarĂŒber hinaus können BypĂ€sse manchmal als Rescue-Manöver bei ungewollt endovaskulĂ€r verschlossenen GefĂ€Ăen eingesetzt werden. Die Wahl des Bypassverfahrens hĂ€ngt im Wesentlichen von den vorhandenen natĂŒrlichen Kollateralen des Gehirns (Circulus arteriosus Willisii, leptomeningeale Kollateralen) und einem funktionellen Test, dem so genannten Ballon-Okklusionstest (BOT), der in speziell ausgerĂŒsteten endovaskulĂ€ren OperationssĂ€len am wachen Patienten durchgefĂŒhrt wird, ab. So tolerieren etwa 30 % der Patienten einen Verschluss der Arteria carotis interna (ACI) nicht. Standard- oder âLow-flowâ-BypĂ€sse werden zur UnterstĂŒtzung vorhandener, aber alleine insuffizienter zerebraler Kollateralen eingesetzt. Zumeist wird dabei die Arteria temporalis superficialis (ATS) oder die Okzipitalarterie (OA) mit einer Hirnarterie der vorderen oder hinteren Zirkulation verbunden. Im Gegensatz dazu sind âHigh-flowâ-BypĂ€sse in der Lage, ein groĂes intrakranielles (ic) GefÀà (wie etwa die ACI oder beide Vertebralarterien [AVERT]) abrupt und vollstĂ€ndig zu ersetzen. Die neueste Entwicklung stellen non-okklusive Techniken, wie z. B. die ELANA- (âExcimer-Laser- Assisted Non-occlusive Anastomosisâ-) Methode, dar, die ein temporĂ€res Ausklemmen groĂer intrakranieller Arterien vermeiden und damit das Risiko einer ischĂ€mischen Komplikation minimieren. FĂŒr den Neurochirurgen sind EC-IC-BypĂ€sse ein wertvolles und effektives Werkzeug zur Behandlung schwieriger zerebraler Aneurysmen.
Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2011; 12 (3): 284-293
Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Abbildungen
Keywords: Aneurysma, Bypass, Eleana, Hirnarterie, zerebrale Revaskularisation
Bypassverfahren haben an groĂen Zentren mit Spezialisierung fĂŒr neurovaskulĂ€re Erkrankungen nicht an Bedeutung verloren und können Hirnarterien ersetzen, die bei neurochirurgischen Operationen nicht zu erhalten sind. Vor allem bei Patienten mit fusiformen und komplexen Hirnarterienaneurysmen, mit chronisch hypoperfundierten HemisphĂ€ren bedingt durch extra- (ec) oder intrakranielle GefĂ€Ăstenosen oder Okklusionen, mit Moya-Moya-Erkrankung, mit intrakranieller Dissektion oder mit tumorinfiltrierten GefĂ€Ăen wurden zerebrale BypĂ€sse erfolgreich eingesetzt. Durch die rasante Entwicklung endovaskulĂ€rer Techniken ergaben sich auch neue Indikationen fĂŒr die zerebrale Revaskularisation. Dabei stellte sich die Kombination eines Bypasses mit einem therapeutischen endovaskulĂ€ren GefĂ€Ăverschluss als eine besonders effektive Behandlungsstrategie bei schwierigen intrakraniellen Aneurysmen heraus. DarĂŒber hinaus können BypĂ€sse manchmal als Rescue-Manöver bei ungewollt endovaskulĂ€r verschlossenen GefĂ€Ăen eingesetzt werden. Die Wahl des Bypassverfahrens hĂ€ngt im Wesentlichen von den vorhandenen natĂŒrlichen Kollateralen des Gehirns (Circulus arteriosus Willisii, leptomeningeale Kollateralen) und einem funktionellen Test, dem so genannten Ballon-Okklusionstest (BOT), der in speziell ausgerĂŒsteten endovaskulĂ€ren OperationssĂ€len am wachen Patienten durchgefĂŒhrt wird, ab. So tolerieren etwa 30 % der Patienten einen Verschluss der Arteria carotis interna (ACI) nicht. Standard- oder âLow-flowâ-BypĂ€sse werden zur UnterstĂŒtzung vorhandener, aber alleine insuffizienter zerebraler Kollateralen eingesetzt. Zumeist wird dabei die Arteria temporalis superficialis (ATS) oder die Okzipitalarterie (OA) mit einer Hirnarterie der vorderen oder hinteren Zirkulation verbunden. Im Gegensatz dazu sind âHigh-flowâ-BypĂ€sse in der Lage, ein groĂes intrakranielles (ic) GefÀà (wie etwa die ACI oder beide Vertebralarterien [AVERT]) abrupt und vollstĂ€ndig zu ersetzen. Die neueste Entwicklung stellen non-okklusive Techniken, wie z. B. die ELANA- (âExcimer-Laser- Assisted Non-occlusive Anastomosisâ-) Methode, dar, die ein temporĂ€res Ausklemmen groĂer intrakranieller Arterien vermeiden und damit das Risiko einer ischĂ€mischen Komplikation minimieren. FĂŒr den Neurochirurgen sind EC-IC-BypĂ€sse ein wertvolles und effektives Werkzeug zur Behandlung schwieriger zerebraler Aneurysmen.
