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Praxisrelevanz
Baumgartner C, Pirker S
DFP: Aktuelles zur Diagnostik und Therapie der Epilepsie

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2012; 13 (2): 64-80

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Eine Epilepsie ist mit einer Prävalenz von 7–8/1000 eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Die altersabhängige Inzidenz zeigt einen 2-gipfeligen Verlauf mit einem ersten Maximum in der Kindheit und einem zweiten im höheren Lebensalter (1/3 der Epilepsien beginnt nach dem 60. Lebensjahr!). Bei ca. 65 % der Epilepsiepatienten kann durch eine antiepileptische Therapie anhaltende Anfallsfreiheit erreicht werden, bei den übrigen 35 % entwickelt sich eine therapieresistente Epilepsie, bei 2/3 aller Patienten muss die antiepileptische Therapie lebenslang fortgeführt werden. Die medikamentöse Therapie wird durch die Faktoren Wirksamkeit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Komorbidität bestimmt. Lamotrigin und Levetiracetam sind die Mittel der ersten Wahl in der Therapie der fokalen Epilepsien bei Erwachsenen. In der Schwangerschaft sollten eine Therapie mit Valproinsäure und eine Polytherapie nach Möglichkeit vermieden werden. Das Vorliegen einer medikamentösen Therapieresistenz kann und sollte nach klar definierten Kriterien rasch festgestellt werden. In diesem Fall müssen die Patienten an ein Epilepsiezentrum mit den Möglichkeiten der prächirurgischen Diagnostik überwiesen werden. Die Epilepsiechirurgie stellt eine hocheffektive und sichere Behandlungsmethode für selektierte Patienten mit therapieresistenten fokalen Epilepsien dar und sollte frühzeitig eingesetzt werden. Die Vagus-Nerv-Stimulation ist ein palliatives Verfahren für Patienten, die für einen epilepsiechirurgischen Eingriff nicht infrage kommen bzw. bei denen eine Operation keinen Erfolg erbrachte.
 
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