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Praxisrelevanz
Amrein K et al.
Plasmapherese und Osteoporose - Primum non nocere

Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen 2016; 23 (2): 44-47

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- Eine Apheresespende führt durch die Citratantikoagulation obligat zu einer akuten Hypokalzämie mit Hyperparathyreoidismus, Hyperkalziurie und QT-Verlängerung.
– Die Verabreichung von intravenösem oder oralem Kalzium kann diesen Effekt abschwächen, dies wird jedoch nicht routinemäßig durchgeführt.
– Eine repetitive Citrat- und Phthalatexposition bei Apheresespenden könnte pathophysiologisch einen bisher unbekannten Risikofaktor für die Entwicklung einer Osteoporose darstellen, bei unklaren bzw. juvenilen Osteoporoseformen sollte also explizit danach gefragt werden.
– Die existierenden Daten stammen aus kleinen beobachtenden Querschnittsstudien und sind völlig insuffizient, um das Thema adäquat zu analysieren. Da weltweit potenziell Millionen gesunder Menschen betroffen wären, könnte auch ein geringer schädlicher Effekt relevant sein.
– Wären Apheresespenden ein neuer Wirkstoff, hätte er mit den vorliegenden spärlichen Daten keine Chance auf eine Zulassung. Sollte die Intervention „Plasmaspenden“ trotz (oder gerade wegen?) der absoluten Notwendigkeit von Plasma für die moderne Medizin daher nicht auch besser (zumindest in Kohorten) untersucht werden, während sie jährlich millionenfach durchgeführt wird?
 
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