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Strohmaier WL et al.  
Metabolisches Syndrom beim Harnsäuresteinleiden

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2012; 19 (2) (Ausgabe für Österreich): 16-18
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2012; 19 (2) (Ausgabe für Schweiz): 18-20

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Abb. 1: Harnsäuresteinleiden



Keywords: AmmoniakDiabetes mellitus Typ 2HarnsäureMetabolisches SyndromNephrolithiasisUrin-pHUrolithiasisUrologieZitrat

Übergewicht, Bluthochdruck und Kohlenhydratstoffwechselstörungen sind Parameter des Metabolischen Syndroms (MS). Der wichtigste Faktor für die Pathophysiologie der Niere ist dabei die Insulinresistenz. Sie führt zur Säurestarre des Urins. Da die Säurestarre ein Hauptrisikofaktor für das Harnsäuresteinleiden (HSL) ist, kann man das HSL als renale Manifestation des MS auffassen. Bislang gibt es nur wenige Daten über die Häufigkeit des MS beim HSL und keine über seine Bedeutung für die Rezidivrate. Wir untersuchten 167 Patienten mit reinen Harnsäuresteinen. Folgende Parameter wurden erfasst: Alter, Geschlecht, systolischer und diastolischer Blutdruck (RRs/d), Anzahl der Steinepisoden, Diabetes mellitus (DM); Serum: Kreatinin, Kalzium, Natrium, Kalium, Harnsäure, Glukose; Urin: pH-Profile, Zitrat, Kalzium, Harnsäure, Harnstoff, Ammoniak und Kreatinin. Dabei ergaben sich folgende Ergebnisse (Mittelwerte ± Standardabweichungen): Alter 61 ± 13 Jahre, BMI 30 ± 6 kg/m2, RRs/d 147/84 ± 22/13 mm Hg, Anzahl Steinepisoden 1,8 ± 1,2, DM 32 %; Serum: Kreatinin 1,3 ± 0,6 mg/dl, Glukose 136 ± 52 mg/ dl, Harnsäure 6,3 ± 1,8 mg/dl, Kalzium 2,4 ± 1,3 mmol/l, Natrium 134 ± 18 mmol/l, Kalium 4,1 ± 0,4 mmol/l; Urin: pH 5,87 ± 0,27, Volumen 2,4 ± 1,1 l/d, Kalzium 3,5 ± 2,5 mmol/d, Harnsäure 3,9 ± 2,4 mmol/d, Zitrat 1,3 ± 1,1 mmol/d, Ammoniak 41 ± 26 mmol/d, Harnstoff 390 ± 176 mmol/d. Der BMI korrelierte negativ mit RRs/d und positiv mit der Harnstoffausscheidung. Keine signifikante Korrelation bestand zwischen BMI, UrinpH, Zitrat, Ammoniak und Harnsäure. Säurestarre und Hyperurikosurie fanden wir bei 2/3, erhöhte Harnstoff- und erniedrigte Ammoniakausscheidung bei weniger als 25 %, eine Hyperurikämie bei 37 % der Patienten. Es bestand keine signifikante Korrelation zwischen der Rezidivrate und irgendeinem Parameter. Unsere Untersuchungen zeigen zum ersten Mal, dass die Rezidivrate nicht durch das MS beeinflusst wird. Es ist kein prognostischer Faktor für das HSL.
 
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