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Feldkamp J  
Praxisrelevante Entwicklungen 2011/2012 in der Thyreologie

Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2013; 6 (1): 7-10

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Abb. 1: Schilddrüsenvolumen



Keywords: differenziertes Schilddrüsenkarzinomendokrine OrbitopathieRadiojodtherapieSelenStruma nodosa

In den Jahren 2011 und 2012 sind relevante, neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Thyreologie publiziert worden. Die LISAStudie, die größte Untersuchung zur Effektivität in der konservativen Therapie der Struma nodosa, zeigte einen signifikanten Effekt einer Kombinationstherapie aus Levothyroxin plus Jodid mit einer relevanten Abnahme der Größe der Schilddrüsenknoten nach 1-jähriger Therapie. Zwei große multizentrische Untersuchungen konnten unabhängig voneinander belegen, dass eine niedrig dosierte Radiojodtherapie mit 1,1 GBq Jod131 im Vergleich zur konventionellen Dosis von 3,7 GBq Jod131 in der Behandlung des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms nach Thyreoidektomie ebenso effektiv ist. Von einer Vorbehandlung mit rekombinantem TSH profitierten die Patienten deutlich im Hinblick auf ihre Lebensqualität. Bei Patienten mit Morbus Basedow mit einer milden endokrinen Orbitopathie konnte eine Behandlung mit Selen im Vergleich zu Pentoxiphyllin und Placebo zu einer signifikanten Verbesserung des objektiv durch Ophthalmologen messbaren Augenbefundes beitragen bei gleichzeitig gebesserter Lebensqualität in der Gruppe der selenbehandelten Patienten. In einer großen Metaanalyse der bisher publizierten Daten mit > 52.000 eingeschlossenen Personen wurde gezeigt, dass eine subklinische Hyperthyreose mit einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität, einer erhöhten Gesamtmortalität und einem deutlich erhöhten Risiko für Vorhofflimmern einhergeht. Ein TSH-Screening bei Schwangeren führte nicht zu einer Verbesserung des Intelligenzquotienten bei Kindern im 3. Lebensjahr, wenn Frauen mit erhöhten TSH-Werten nach der 13. Schwangerschaftswoche mit Levothyroxin behandelt wurden. Zu kritisieren ist der späte Zeitpunkt für das Screening in dieser Untersuchung. Im Mausmodell gelang es einer Arbeitsgruppe, Stammzellen zu Thyreozyten zu transformieren, und die auf athyreote Mäuse transplantierten Zellen waren in der Lage, eine Schilddrüsenhormonproduktion aufzunehmen.
 
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