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Lipp RW et al.  
Soll jede latente Hypothyreose substituiert werden?

Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2013; 6 (2): 12-16

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Keywords: Autoimmunthyroiditislatente HypothyreoseThyroxintherapie

Eine latente Hypothyreose ist eine laborchemische Definition mit einem erhöhten TSH-Wert und einem im Normbereich gelegenen freien Thyroxin (fT4). In den meisten Fällen sind die Patienten beschwerdefrei oder die Symptome nur gering ausgeprägt und unspezifisch. Auch die für eine manifeste hypothyreote Funktionslage typischen Veränderungen des Lipidprofils sowie kardiovaskuläre Erkrankungen mit erhöhten Herzinfarkt- und Mortalitätsraten fallen vergleichsweise geringer aus. Dementsprechend wird auch der notwendige Einsatz einer Levothyroxin-Medikation auf Basis der vorhandenen Studienergebnisse von den internationalen Fachgesellschaften zum Teil kontroversiell beurteilt. Erst ab einem TSH-Wert > 10 mIU/l besteht eine generelle Übereinstimmung aller Gesellschaften, mit einer Levothyroxin-Medikation zu beginnen. Bei leichten latenten Hypothyreosen muss die Therapieindikation individuell gestellt werden, wobei gerade bei alten Patienten Überdosierungen unbedingt vermieden werden sollen. Im Fall von Kinderwunsch und Schwangerschaft werden trotz fehlender Daten aus prospektiven Studien wegen der potenziellen Gefahren einer mütterlichen Hypothyreose für die Kinder auch bei leicht erhöhten TSH-Werten Schilddrüsenhormone verordnet. Unabhängig von den Studienergebnissen sollte aber eine Therapieentscheidung immer individuell auf Basis der vorhandenen Klinik, Schilddrüsenlaborparameter und Schilddrüsensonographieergebnisse gefällt werden.
 
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