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Schlicht W, Bucksch J  
Die sitzende Lebensweise: Ein metabolisch riskantes Verhalten? Wartet der Diabetes im Stuhl?

Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2013; 6 (4): 22-25

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Abb. 1: Energieaufwand



Keywords: BewegungDiabetesmetabolisches RisikoMortalitätSedentarinessStoffwechsel

Inaktivität ist ein gesundheitlich riskantes Verhalten. Sie wird in der einschlägigen Literatur als das Verfehlen eines Mindestvolumens von körperlicher Aktivität definiert, das mit 150 Minuten moderat intensiver bzw. 75 Minuten hoch intensiver Beanspruchung pro Woche erreicht wird. Mit überzeugender Evidenz ist nachgewiesen, dass selbst geringere körperliche Aktivitäten das Risiko des vorzeitigen Versterbens und der kardiometabolischen Morbidität senken. Seit einiger Zeit wird nun vermutet, dass das in den industrialisierten Gesellschaften stattdessen weit verbreitete dauerhafte Sitzen ein von der Inaktivität unabhängiges Risiko darstellt. Die „Sedentariness“, also sitzende Lebensweise, ist ein Verhalten, das durch einen minimalen Energieaufwand auffällt. Im vorliegenden Übersichtsbeitrag werden die vorhandenen Befunde zur riskanten Wirkung des Sitzens auf den Diabetes und die Mortalität referiert. Sedentariness steigert die Inzidenz des Typ-2-Diabetes und ist sowohl mit der ursachenunspezifischen als auch mit der spezifischen kardiometabolischen Mortalität assoziiert. Die Pathophysiologie ist nicht geklärt. Vermutungen zielen auf eine verminderte Ausschüttung der Lipoproteinlipase, eine darauffolgende verminderte Verwertung der Glukose und auf inflammatorische Prozesse. Aufgrund der konsistent geführten Nachweise des risikosteigernden Effekts der sitzenden Lebensweise sowie eines mittlerweile nachgewiesenen protektiven Effekts gering intensiver körperlicher Aktivitäten wird aus der Perspektive der Public-Health- Forschung dafür plädiert, das dauerhafte Sitzen zu adressieren und eine wiederkehrende Unterbrechung des Sitzens zu empfehlen.
 
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