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Prückler J et al.  
Ernährungstherapie und Essverhalten bei Polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung

Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2013; 7 (3) (Ausgabe für Österreich): 14-17
Journal für Gynäkologische Endokrinologie 2013; 7 (3) (Ausgabe für Schweiz): 11-14

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Abb. 1: Essverhalten-PCOS



Keywords: DiätErnährungEssverhaltenGewichtszunahmeHeißhungerKinderwunschPCOSpolyzystisches OvarialsyndromSättigung

Das Polyzystische Ovarialsyndrom ist die womöglich häufigste endokrine Störung prämenopausaler Frauen. Es ist mit einer Beeinträchtigung des Hormonhaushalts, der Fertilität sowie mit Insulinresistenz und Adipositas verbunden. Zur Planung der Ernährungstherapie bei übergewichtigen Patientinnen sind Kenntnisse über Ernährungsweise, Gewichtsverlauf und Essverhalten relevant. Diese wurden von Dezember 2011 bis Mai 2012 in Form eines Fragebogens für Frauen mit und ohne PCOS (n = 24) an der Kinderwunschambulanz des Landesklinikums St.Pölten eingeholt. Der BMI (Median) der untersuchten PCOS-Patientinnen blieb zwar zwischen Auftreten des Kinderwunsches (21,6 kg/m2 ± 1,9 IQR) und Ambulanzeintritt (21,6 kg/m2 ± 2,3 IQR) konstant, jedoch stieg er während der Behandlung auf 22,1 kg/m2 ± 3,7 IQR an. Je häufiger Frauen mit PCOS aufgrund äußerer Reize/Emotionen essen, desto öfter leiden sie unter Heißhunger (r = 0,608; p = 0,047). Auch ein subjektiv schlechteres Hunger-/ Sättigungsgefühl korreliert mit der Heißhungerhäufigkeit (r = 0,576; p = 0,064) und mit dem BMI (r = 0,376; p = 0,254). Letzteres könnte auf veränderte Hunger-/Sättigungshormonspiegel zurückzuführen sein, was auch eine erhöhte Nahrungsaufnahme und somit Übergewicht bedingen könnte. Die meisten Patientinnen nahmen nicht ausreichend gesunde Lebensmittel zu sich. 54,5 % waren sich nicht bewusst, dass Ernährung das Syndrom beeinflussen könne. Ebenso viele würden gerne bezüglich Ernährung beraten werden. Für die diätologische Praxis kann der Schluss gezogen werden, dass gerade während der ambulanten Kinderwunschbehandlung Ernährungstherapie indiziert ist. Damit sollen Gewichtszunahmen eingedämmt und die Nährstoffversorgung für die erwünschte Schwangerschaft optimiert werden.
 
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