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Bürk K  
Sporadische Ataxieerkrankungen des Erwachsenen

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2015; 16 (2): 56-59

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Keywords: idiopathische AtaxieMultisystematrophieNeurologieSporadische AtaxieZerebellum

Krankheitsprozesse in Kleinhirn und/oder Rückenmark können zu einer chronisch progredienten Ataxie führen, die damit von vaskulären und raumfordernden Prozessen abzugrenzen ist. Neben den selteneren hereditären Formen finden sich sporadische Ataxieerkrankungen. Die sorgfältige Anamnese erlaubt häufig bereits die Diagnose einer physikalisch oder toxisch bedingten Ataxie. Weiterführende Labordiagnostik dient der Feststellung eines Vitaminmangels (Vitamin B1, B12 und E). Die Untersuchung des Liquors sollte immer erfolgen und dient dem Ausschluss eines entzündlichen Geschehens. Bei raschem Verlauf muss an die Möglichkeit einer paraneoplastischen Genese gedacht und eine ausführliche Tumorsuche angeschlossen werden. Zudem können verschiedene Infektionskrankheiten eine Ataxie auslösen (HIV, Neuroborreliose, Lues, neurotrope Viren). Nach Ausschluss einer hereditären und symptomatischen Ätiologie wird das Krankheitsbild bislang mangels weiterführender diagnostischer Optionen als idiopathische zerebelläre Ataxie („idiopathic late-onset cerebellar ataxia“ [ILOCA]) bezeichnet. Die ILOCA kann im Verlauf in eine Multisystematrophie vom zerebellären Typ (MSA-C) übergehen, die sich durch eine wesentlich günstigere Prognose als ihre striatonigrale Verlaufsform (MSA-P) auszeichnet. Nur für einige wenige Ataxieerkrankungen existieren ursächliche oder symptomatische Therapieansätze; die Behandlung beschränkt sich daher in den meisten Fällen auf logopädische, physio- und ergotherapeutische Maßnahmen.
 
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