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Mueck AO, Seeger H  
Hormone und Statine - Was spricht für eine Kombination?

Journal für Menopause 2002; 9 (3) (Ausgabe für Schweiz): 9-19
Journal für Menopause 2002; 9 (3) (Ausgabe für Deutschland): 10-20
Journal für Menopause 2002; 9 (3) (Ausgabe für Österreich): 14-25

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Abb. 1: Statine - Wirkmechanismus Abb. 2: Statin-HRT-Kombination



Keywords: EndokrinologieKardiologieLipideMenopauseStatin

Durch Kombination einer HRT mit Statinen lassen sich positive Wirkungen im Lipidprofil weiter verstärken, dies ist derzeit der wichtigste Grund für die Kombination. Wie für die HRT, so wird jedoch auch für Statine die Bedeutung von "lipidunabhängigen Effekten" immer mehr erkannt, weshalb die Stoffklasse durch die Bezeichnung "Lipidsenker" nur sehr unzureichend charakterisiert ist. So können vor allem auch direkte Gefäßwirkungen zu der für Statine nachgewiesenen kardiovaskulären Prävention beitragen. Diesbezügliche Effekte bei Kombination von Statinen mit Estrogenen waren bisher noch nicht geprüft worden. In eigenen Untersuchungen konnten wir feststellen, daß zum Teil ausgeprägte, als positiv zu beurteilende Effekte auf Marker der Endothelfunktion und auf die Gefäßmuskelzellproliferation erfolgen. Teilweise wurden diese Wirkungen durch die Kombination verstärkt, im allgemeinen erwies sich allerdings das Statin als die effektivere Substanz. Im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion zum Nutzen und/oder Risiko einer HRT bei Behandlung von Patientinnen mit vorbestehenden kardiovaskulären Erkrankungen erscheint es daher besonders wichtig, die Kombination mit Statinen in diesem Indikationsbereich in klinischen Interventionsstudien zu prüfen. Dies ist die derzeit wichtigste Konsequenz aus den zu der Kombination beider Substanzklassen bisher vorliegenden Daten. Darüber hinaus gibt es jedoch auch gute Hinweise, daß auch für die Osteoporose und Demenz als gesicherte bzw. potentielle Indikationsbereiche der HRT die Kombination mit Statinen Vorteile bringen könnte. Das vorliegende Datenmaterial reicht jedoch keinesfalls aus, um hierzu bereits Empfehlungen zu geben. Interessant, aber in der Relevanz noch völlig offen, sind experimentelle Ergebnisse, wonach Statine bestimmte Karzinome (v. a. Mamma) hemmen können und diese Wirkungen durch Kombination mit Estrogen moduliert werden können. Es gibt Hinweise auf substanzspezifische Wirkungen, v. a. hinsichtlich Nebenwirkungen und Interaktionen der Statine, die bei deren Einsatz bzw. bei Kombination mit HRT berücksichtigt werden sollten.
 
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