Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Eller K  
Kardiovaskuläre Komplikationen des sekundären Hyperparathyreoidismus bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz

Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen 2014; 21 (1): 10-13

Volltext (PDF)    Summary    Praxisrelevanz   




Keywords: aktives Vitamin DKalzimimetikaKalziumkardiovaskuläre VerkalkungPhosphatPhosphatbindersekundärer Hyperparathyreoidismus

Die kardiovaskuläre Mortalität von chronisch niereninsuffizienten (CKD-) Patienten ist signifikant erhöht im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Experimentelle In-vitro- und In-vivo-Studien sowie Observationsdaten zeigen, dass der sekundäre Hyperparathyreoidismus (sHPT) und die damit verbundenen Entgleisungen des Kalzium-Phosphat-Haushalts wesentliche Faktoren in der Pathogenese der kardiovaskulären Verkalkung bei CKD-Patienten sind. Medikamentös stehen uns in der Therapie des sHPT Phosphatbinder, aktive Vitamin-D-Präparate und Kalzimimetika zur Verfügung. Kalziumfreie Phosphatbinder wie Sevelamer können die kardiovaskuläre Verkalkung reduzieren, wohingegen kalziumhältige diese verschlechtern. Ob Sevelamer auch die kardiovaskuläre Mortalität bei CKD-Patienten verbessern kann, ist immer noch unklar. Aktive Vitamin-D-Präparate führen experimentell zu einer Verschlechterung der kardiovaskulären Verkalkung. Im Gegensatz dazu besitzt das Vitamin-D-Analogon Paricalcitol diese Eigenschaften experimentell nicht. Ob es allerdings auch in CKD-Patienten zu einer Verbesserung der kardiovaskulären Mortalität führt, ist umstritten. Das Kalzimimetikum Cinacalcet konnte in experimentellen Studien die Verkalkungsprozesse limitieren. In der ADVANCE-Studie konnte eine Reduktion der Verkalkungsprozesse in CKD-Patienten durch Cinacalcet nachgewiesen werden, allerdings konnte eine Signifikanz nur im Bereich der Aortenklappenverkalkung erreicht werden. Rezent wurde die EVOLVE-Studie zur Evaluation der kardiovaskulären Mortalität bei CKD-Patienten an der Hämodialyse unter Kalzimimetika-Therapie publiziert. Allerdings konnte in der Intention-to-Treat-Analyse kein Benefit hinsichtlich der kardiovaskulären Ereignisse in der Cinacalcet-Gruppe gezeigt werden. Erst in Post-hoc-Analysen fand sich ein Benefit. Zusammenfassend spielt der sHPT in der Pathogenese der kardiovaskulären Verkalkung bei CKD-Patienten eine entscheidende Rolle, allerdings benötigen wir nach wie vor Studien, die die perfekte Kombinationstherapie zur Senkung der kardiovaskulären Mortalität nachweisen.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung