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Jany K-D et al.  
Gentechnik und Lebensmittel (Teil 1)

Journal für Ernährungsmedizin 2003; 5 (3) (Ausgabe für Österreich): 19-23
Journal für Ernährungsmedizin 2003; 5 (3) (Ausgabe für Schweiz): 6-9

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Abb. 1: Nutzung transgener Pflanzen Abb. 2: Carotinoide - Biosynthese



Keywords: AllergenitätErnährungsmedizinGentechnikGentransferLebensmittelSicherheit

Kaum ein Thema ist in den vergangenen Jahren im deutschsprachigen Raum so kontrovers und emotional diskutiert worden wie die Anwendung gentechnischer Verfahren im Agrar- und Lebensmittelbereich. Im Gegensatz dazu findet die Gentechnik im medizinischen Sektor große Akzeptanz. Gerade heute ist die Meinung von Medizinern bzw. Ernährungswissenschaftlern hinsichtlich der möglichen gesundheitlichen Risiken gentechnisch modifizierter Lebensmittel zunehmend gefragt. Die Gentechnik im Agrar- und Lebensmittelsektor ist weltweit etabliert, und Lebensmittel, die Zutaten aus transgenen Organismen enthalten, sind auf dem Markt. Gegenwärtig werden transgene Pflanzen (vorwiegend Soja, Mais, Raps, Baumwolle) weltweit auf mehr als 58 Mill. ha angebaut, und ihre Inhaltsstoffe (Öl, Protein, Stärke, Lecithin) werden in der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt. Gentechnisch modifizierte Mikroorganismen werden zur fermentativen Gewinnung von Enzymen, Zusatzstoffen, Aminosäuren, Geschmacksverstärkern und Vitaminen eingesetzt. Transgene Organismen und daraus gewonnene Lebensmittel unterliegen, anders als konventionelle Erzeugnisse, vor Markteinführung einer umfassenden Sicherheitsbewertung und einem staatlichen Zulassungsverfahren. Nur Organismen und Lebensmittel von denen keine gesundheitlichen Gefährdungen ausgehen, dürfen in Verkehr gebracht werden. Alle in der EU zugelassenen Lebensmittel bzw. Lebensmittelzutaten beinhalten keine anderen gesundheitlichen Risiken als die vergleichbaren konventionellen Erzeugnisse, sie sind genauso sicher. Hinsichtlich Toxikologie und Allergenität gehören gentechnisch modifizierte Lebensmittel zu den am besten untersuchten Produkten. Die Kriterien der Sicherheitsanalysen und -bewertung haben weltweit einen hohen Standard. Bislang standen Verbesserungen agronomischer Merkmale bei Pflanzen im Vordergrund. Mit den Erkenntnissen über die gesundheitsfördernde Wirkung sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe gewinnen gegenwärtig die Veränderungen in den qualitativen Eigenschaften zur Erzeugung funktioneller Lebensmittel, die präventiv gegen bestimmte ernährungsbedingte Erkrankungen wirken, an Bedeutung. In Zukunft müssen alle Lebensmittel, die Zutaten aus gentechnisch veränderten Organismen enthalten, gekennzeichnet werden.
 
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