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Summary
Mühlberger V et al.  
Todesfallanalyse bis zu 3 Jahre nach invasiven kardiologischen Eingriffen in 6 Zentren im Jahr 1998 mit Hilfe eines "Record-linkage"-Verfahrens zur "Statistik Österreich".

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2003; 10 (12): 541-547

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Abb. 1: PCI - CA - Österreich - 1998 Abb. 2: PCI - CA - Mortalität - Österreich 1998 Abb. 3: PCI - CA - Mortalität - Österreich 1998 Abb. 4: PCI - CA - Mortalität - Österreich 1998



Keywords: CAKardiologieKoronarangiographieMortalitätperkutane koronare InterventionStatistikÖsterreich

Fragestellung war die Gesamtmortalität (= kardiale + nichtkardiale Mortalität) nach perkutaner koronarer Intervention (PCI) und/oder nach Koronarangiographie (KAG). Zum Vergleich gelangten einerseits die von sechs der 22 PCI-Zentren 1998 der „Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft“ gemeldeten Daten und andererseits jene der "Statistik Österreich". Verglichen wurde mittels des sogenannten "Record-linkage"- Verfahrens mit dem Ziel, die Mortalität bis 31. 12. 2000 zu berechnen. Die Nachbeobachtungszeit betrug zwischen minimal 2 und maximal 3 Jahren, je nach Untersuchungsdatum im Jahr 1998. Die Langzeitmortalität in 6 Zentren beträgt 744 von 9588 Patienten (8,1 %), davon 138 von 1991 Patienten (6,9 %) nach PCI (wenn man jeden Todesfall der jeweils letzten PCI zuordnet) und 632 von 7580 Patienten (8,3 %) nach diagnostischer Koronarangiographie (KAG) ohne PCI. Berücksichtigt man nur die kardial bedingten Todesursachen, beträgt die Mortalität 5,2 % (103/1991) nach PCI und 6,3 % (477/7580) nach KAG. Innerhalb der ersten sieben Tage verstarben 1,0 % der Patienten nach PCI und 0,5 % nach KAG, in den 14 Tagen danach verstarben 0,2 % der Patienten nach PCI und 0,4 % nach KAG. In den folgenden analysierten Zeitabschnitten 21 bis 59, 60 bis 360 und >360 Tage danach beträgt die Mortalität nach PCI 0,5 %, 1,8 % und 3,4 %, nach KAG 0,9 %, 2,8 % und 3,8 %. Berücksichtigt man nur die kardial bedingten Todesursachen, treten 20 % aller Post-PCI-Todesfälle in den ersten 7 Tagen auf. Die Unterschiede betreffend das Gesamtüberleben aller Patienten im Vergleich aller Zentren liegen zwischen 89,1 und 95,2 %. Die Tendenz zu höherer oder niedrigerer Mortalität in einzelnen Zentren zieht sich weitgehend unverändert durch die einzelnen Zeitabschnitte nach dem Eingriff. Die Unterschiede sind nicht signifikant. Es ist künftig möglich, mit dieser Technik österreichische "Normalwerte" für die Mortalität nach PCI und KAG zu erstellen. Diese "day to day practice-Sichtweise" bestätigt bekannte Tatsachen aus prospektiven, randomisierten Studien, z. B. die erhöhte kardiale Mortalität in den ersten 7 Tagen nach PCI. Unterschiede zwischen den Ergebnissen von prospektiven Studien und unseren Resultaten sowie Unterschiede zwischen einzelnen Zentren können durch Patientenauswahl oder Patientenmanagement bedingt sein. Offen ist die Frage nach der Finanzierung des Aufwandes einer solchen flächendeckenden Datensammlung, wie sie von der "Europäischen Kardiologischen Gesellschaft" befürwortet wird.
 
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