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Bonelli J et al.  
Sinnvolle Osteoporosetherapie

Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen 2006; 13 (2): 40-46

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Abb. 1: Wirbelkörperfraktur Abb. 2: Frakturfreie Überlebenskurve Abb. 3: Fraktur - Frau - Alter



Keywords: HormonersatztherapieMineralstoffwechselOsteoporoseSinnorientierte MedizinSOMTherapie

In der heute weltweit eingeforderten EBM (Evidence-based Medicine) werden die praktisch tätigen Ärzte mit einer Unmenge von statistischen Daten konfrontiert, aus denen die verschiedenen Verantwortungsträger in unserem Gesundheitssystem ihre Argumente für oder gegen eine neue Therapie beziehen. Ärzte fühlen sich dann verpflichtet, ein neues Medikament zu verschreiben, einerseits aus dem Verantwortungsgefühl heraus, ihren Patienten die bestmögliche Medizin anzubieten, andererseits aber auch, weil sie Regreßansprüche durch die Patienten und ihre Anverwandten fürchten, wenn sie ein neues Medikament nicht verschreiben. Dabei spielt die Art und Weise, wie eine neue Therapie in der Öffentlichkeit dargestellt wird, eine erhebliche Rolle, und es stellt sich immer mehr die Frage, wie relevant die sog. signifikanten Daten wirklich sind, d. h. wie sinnvoll eine bestimmte Therapie für den konkreten Patienten ist. So wird z. B. auf der Basis von relativen Risikozahlen immer wieder behauptet, daß mit bestimmten Medikamenten Leben gerettet oder Knochenbrüche, Herzinfarkte, Schlaganfälle usw. "verhindert" werden können. In Wirklichkeit kommt es jedoch meist nur zu einer relativ geringen Verschiebung des Todeszeitpunktes bzw. des "verhinderten" Ereignisses. So kann z. B. durch eine Therapie der Osteoporose eine Schenkelhalsfraktur bestenfalls um zwei Jahre hinausgeschoben, jedoch nicht gänzlich verhindert werden. Dabei ist darauf zu achten, daß die Behandlung zum optimalen Zeitpunkt begonnen wird, um den Patienten, aber auch das Gesundheitsbudget, nicht durch eine unnötig lang dauernde Behandlung zu belasten. Bei der präklinischen Osteoporose z. B. ist der Effekt einer Behandlung, die mit dem 65. Lebensjahr begonnen wird, gleich effektiv wie eine Behandlung ab dem 50. Lebensjahr (Einsparung von 15 Behandlungsjahren!). Die Sinnorientierte Medizin (S.O.M.) beschäftigt sich auf Basis der EBM-Daten mit der mathematischen Berechnung solcher Fragen.
 
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