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Huber K et al.  
Optimierung der Herzinfarkttherapie in Österreich: Stand 2007. Projekt "Optimierung der flächendeckenden Infarkttherapie" und Informationskampagne "Schach dem Herztod"

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2007; 14 (5-6): 125-130

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Abb. 1: STEMI-ESP-PCI Abb. 2: Primäre PCI Abb. 3: Primär-PCI - Thrombolyse Abb. 4: Katheterzentren Österreich



Keywords: KardiologieMyokardinfarktTask ForceTherapieÖsterreich

Durch eine möglichst rasche Wiedereröffnung des beim akuten Herzinfarkt verschlossenen Herzkranzgefäßes können Frühsterblichkeit, aber auch Folgeerkrankungen wie Herzinsuffizienz und später Rhythmustod, effizient reduziert werden. Die Bemühungen der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) und des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (BMGF) im Rahmen des Projektes "Flächendeckende Optimierung der Infarkttherapie in Österreich" und der gemeinsamen Öffentlichkeits-Informationskampagne "Schach dem Herztod" (zur Verkürzung der patientenbezogenen Zeitverzögerung) haben zu folgenden Empfehlungen geführt: • Die Zeit zwischen dem Auftreten der ersten Symptome eines Infarktes und dem Alarmieren des Notrufsystems soll maximal 15 Minuten dauern. • Bei Brustschmerzen soll in Österreich eine einzige Rufnummer aktiviert werden, nämlich der Rettungsruf 144. • Das jeweilige Rettungs-/Notarztsystem muß das nächstgelegene Krankenhaus mit offenem Herzkatheter so rasch erreichen, daß eine akute perkutane Koronarintervention (Akut-PCI, primäre PCI, PPCI) innerhalb von 90 Minuten ab Diagnosestellung durchgeführt werden kann. • Wenn eine Akut-PCI innerhalb dieser Vorgaben nicht möglich ist, soll so früh wie möglich (prähospital von der Notärztin/vom Notarzt vor dem Rettungstransport, bzw. durch Ärztinnen/Ärzte im auswärtigen Krankenhaus ohne Katheteroption) mit einer Lysetherapie begonnen werden. • Ein sofortiger Weitertransport des lysierten Patienten an ein offenes Katheterzentrum ist wünschenswert, da im Falle eines Versagens der Lysetherapie ohne Zeitverlust eine Notfalls-PCI ("rescue PCI") durchgeführt werden kann. • Im Spital mit Akut-PCI-Option muß der Patient/die Patientin so rasch wie möglich der Intervention zugeführt werden. Verzögerungen (z. B. Umwege über die Notaufnahmestation) sind durch direkte Aufnahme in die ICU/CCU bzw. durch direkten Transport ins Katheterlabor zu vermeiden. • Herzkatheterlabors mit Akut-PCI-Option müssen 7 Tage die Woche rund um die Uhr für die Durchführung von Akut-PCIs zur Verfügung stehen. Aufgrund rezenter Registerdaten aus dem In- und Ausland erscheint es durchaus realistisch, daß durch Verwirklichung der genannten Maßnahmen die Spitals- und Langzeitsterblichkeit aller Patienten, die mit akutem Herzinfarkt diagnostiziert und behandelt werden, halbiert werden kann (von dzt. durchschnittlich ca. 16 % auf ca. 8 %). Bei bestimmten Patientengruppen (Alter < 75 Jahre, größere Infarkte rasche Durchführung der schnellstmöglichen Reperfusionsmethode) ist mit einer sehr niedrigen Sterblichkeit von unter 2 % zu rechnen, was einem internationalen Spitzenwert gleichkommt.
 
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