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Lindner R  
Männersuizid - psychodynamische Aspekte

Blickpunkt der Mann 2008; 6 (1): 32-36

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Keywords: MannSuizidTherapie

Suizid und Suizidalität tragen eine deutlich geschlechtstypische Handschrift: In Deutschland suizidieren sich annähernd drei Mal so viele Männer als Frauen. Mit zunehmendem Alter wird der Unterschied zwischen den Geschlechtern noch deutlicher. Suizidversuche werden hingegen dreimal häufiger von Frauen als von Männern ausgeführt. Eine genaue Kenntnis der psychodynamischen Hintergründe und Beziehungsdynamiken gerade bei suizidalen Männern ermöglicht eine validere Indikationsstellung zu psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungen und zugleich einen besseren therapeutischen Kontakt, gerade zu Beginn einer Psychotherapie. Um das Verständnis akuter und chronischer Suizidalität zu Beginn einer ambulanten psychiatrischpsychotherapeutischen Behandlung zu erweitern, wurde eine klinische Taxonomie suizidaler Männer erstellt. Basierend auf einer systematischen qualitativen Analyse von 20 Fallberichten männlicher Patienten, die sich in ambulante psychotherapeutische Behandlung begaben, wurden 4 "Idealtypen" suizidaler Männer gefunden: (1) Idealtyp "Unverbunden": In der suizidalen (Beziehungs-) Dynamik herrscht ein Unverbundenheitserleben vor, das mit Ablehnungserfahrungen assoziiert ist. (2) Idealtyp "Gekränkt": Aggressive Verstrickungen in Beziehungen und die Erkenntnis einer desillusionierenden Lebensrealität sind verbunden mit realen Verlusterfahrungen und Realtraumata in Kindheit und Jugend. (3) Idealtyp "Stürmisch": Ein anhänglich-symbiotisches Übertragungsangebot mobilisiert unrealistische Helferwünsche vor dem Hintergrund ungelöster Abhängigkeitskonflikte. (4) Idealtyp "Objektabhängig": In Beziehungen wird nur Konkretes verhandelt, bei Trennung muss die Frau real zurück gewonnen werden, eine Erfahrung emotionalen Mangels wird kompensiert.
 
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