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Kautzky-Willer A, Handisurya A  
Gestationsdiabetes

Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2009; 2 (2): 7-13

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Abb. 1: Pedersen/Freinkel-Hypothese



Keywords: EndokrinolgieGDMStoffwechsel

Der Gestationsdiabetes (GDM) ist eine der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen mit stetig wachsender Prävalenz. Die potenziellen Folgeschäden eines unerkannten GDM sind sowohl für das unmittelbare Wohl als auch für Morbidität und Mortalität im späteren Leben von Mutter und Kind von großer Bedeutung. Insbesondere der weltweite explosionsartige Zuwachs in der Diabetes-Prävalenz lässt Interventionen, die die Zahl der Neumanifestationen reduzieren oder zumindest das Lebensalter zum Zeitpunkt der Diabetes-Manifestation erhöhen, von großem Interesse erscheinen. Ein interessanter Ansatzpunkt in diesem Zusammenhang ist die durch "fetal programming" induzierte Transgenerationsübertragung des Diabetes. Als ein vorrangiges Ziel gilt es somit, alle Frauen mit GDM rechtzeitig zu entdecken und eine optimale Stoffwechseleinstellung der Mutter und damit ein optimales intrauterines Milieu für das Kind in der Gravidität zu erzielen. Neben den humanitären Aspekten einer erhöhten Diabetesassoziierten Multimorbidität dürften die Gesamtkosten, die durch den Zuwachs in der Prävalenz eines manifesten Diabetes sowie seiner Sekundärkomplikationen innerhalb einer Bevölkerung entstehen, in Zukunft drastisch ansteigen und somit eine deutliche Belastung für das Gesundheitssystem darstellen. Ein generelles Screening mittels oraler Glukosetoleranztests in der Gravidität zur Erkennung aller Frauen mit GDM kann in Zukunft beitragen, mehr Frauen mit hohem Risiko für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 und kardiovaskulärer Komplikationen zu identifizieren und durch strikte internistische wie geburtshilfliche Überwachung in der Gravidität helfen, Stoffwechselkomplikationen bei den Kindern zu vermindern. Präventionsprogramme für Frauen nach GDM zur Reduktion von Übergewicht und kardiovaskulären Risikofaktoren sowie die Überwachung der Entwicklung der Kinder bis zur Pubertät müssen ein fixer Bestandteil der Vorsorgemedizin werden.
 
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