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Mauz E et al.  
Psychische Störungen und soziale Ungleichheit im Geburtskohortenvergleich

Blickpunkt der Mann 2009; 7 (2): 6-13

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Abb. 1: Psychische Störung



Keywords: EpidemiologieGesundheitsmonitoringPsychologiePsychotherapie

Die von psychischen Störungen verursachte Krankheitslast nimmt weltweit zu. Stärker betroffen sind Menschen in schlechterer sozialer Lage. Geschlechtervergleichende Studien zeigen auf, dass Frauen mehr psychische Störungen aufweisen als Männer. In der vorliegenden Studie wird mittels geschlechtsgetrenntem Geburtskohortenvergleich für Männer und Frauen geprüft, wie sich der Zusammenhang sozialer Ungleichheit in verschiedenen Generationen gestaltet und inwiefern psychische Störungen bei Jüngeren häufiger auftreten als bei Älteren. Mit den für Deutschland repräsentativen Daten des Zusatzsurveys „Psychische Störungen“ des Bundesgesundheitssurveys (Altersgruppe: 18–65 Jahre; n = 4181) wurden projizierte Lebenszeitrisiken mit Überlebensanalysen geschätzt und mit logistischen Regressionen schichtspezifische Analysen anhand des Winkler-Sozialschichtindex sowie Bildung und Einkommen vorgenommen. Die Studie zeigt auf, dass sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen stärker von psychischen Störungen betroffen sind und ein höheres Lebenszeitrisiko aufweisen. Dieser Befund ist bei Männern stärker und nimmt in jüngeren Kohorten zu. Dabei zeigt sich niedrige Bildung als wesentlicher Risikofaktor. Auf Grundlage der retrospektiven Angaben beginnen psychische Störungen in jüngeren Kohorten deutlich früher. Darauf aufbauende Schätzungen zum Lebenszeitrisiko deuten auf eine Zunahme psychischer Störungen in jüngeren Kohorten vor allem bei den Männern hin. Ob psychische Störungen tatsächlich zunehmen, kann aber letztendlich nur mit wiederholten Untersuchungen in derselben Population mit denselben Methoden entschieden werden, da insbesondere Erinnerungseffekte in dieser querschnittlichen retrospektiven Studie eine bedeutsame Rolle spielen.
 
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