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Sommergruber M et al.  
Karzinomrisiko bei assistierter Reproduktion. Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2009; 6 (3): 116-121

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Abb. 1a-c: ART - Karzinomrisiko



Keywords: ARTInfertilitätKarzinomOnkologie

Hintergrund: Drei Fragestellungen sollten in der Beantwortung des Karzinomrisikos bei assistierter Reproduktion (ART) berücksichtigt werden. (1) Sexualsteroide und Antiöstrogene spielen in der Entstehung und bei der Induktion des Wachstums gynäkologischer Karzinome wahrscheinlich eine große Rolle, obwohl die Zusammenhänge im Detail alles andere als klar sind. (2) Ist das Karzinomrisiko bei Verwendung der assistierten Reproduktionstechniken (ART) – IVF/ICSI – erhöht? und (3) Gibt es ein primär erhöhtes Risiko aufgrund der erstellten Diagnose bei Infertilität? Schlussfolgerung: (1) Das erhöhte Ovarialkarzinomrisiko nach der Anwendung von Clomiphen oder Gonadotropin scheint eher auf die Infertilität selbst als auf ihre medikamentöse Behandlung zurückzuführen sein, vor allem bezogen auf den Borderline-Ovarialtumor. Sicherheitshalber sollten jedoch nicht mehr als 6 Clomiphen-Zyklen durchgeführt werden. Hinsichtlich des Endometriumkarzinomrisikos zeigen die Studien gegensätzliche Resultate, Clomiphen könnte aber auch hier eine dosis- und zeitabhängige Rolle spielen. (2) Das erhöhte Risiko für Endometriumkarzinom ist wahrscheinlich ein ursächliches, das in der Diagnosestellung der Infertilität zu suchen ist. Das ebenso erhöhte Risiko für Borderline-Ovarialtumore scheint einen Zusammenhang mit IVF aufzuweisen! Endometriose ist ein Risiko für das Ovarialkarzinom und zeigt keinen Zusammenhang mit IVF. (3) Adipositas, Infertilität, Nulliparität sowie "abnormal levels of unopposed oestrogen", alles Faktoren, die auch beim PCOS eine Rolle spielen, erhöhen das Endometriumkarzinomrisiko. Andererseits steigern Infertilität (vor allem ohne endokrinologische Kausalität), Nulliparität, frühe Menarche, späte Menopause das Ovarialkarzinomrisiko. Die Endometriose per se stellt ebenfalls ein Risiko für die Entwicklung eines Ovarialkarzinoms dar.
 
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