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Summary
Mühlberger V, Pachinger O  
Herzkathetereingriffe in Österreich im Jahr 2008 (mit Audit 2004 bis 2009)

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2010; 17 (3-4): 93-96

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Abb. 1: PCI Abb. 2: DES Abb. 3: DES- Stent Abb. 4: Rhythmologie Abb. 5: PCI - Myokardinfarkt Abb. 6: PCI - Myokardinfarkt - Mortalität Abb. 7: CA - EInwohner Zum letzten Bild



Keywords: CAKardiologieKoronarangiographiePCIStatistikÖsterreich

2008 wurden in Österreich 51.292 diagnostische Koronarangiographien (CA) und 19.727 perkutane koronare Interventionen (PCI) durchgeführt. Das ist erstmals ein Rückgang der CA-Fallzahlen (–1,9 % gegenüber 2007) und weiterhin eine Zunahme der PCI-Fallzahlen von +2,0 % gegenüber dem Vorjahr. Der Prozentanteil PCI/CA war in den Jahren 2001–2006 signifikant von 31,1 % auf 38,0 % angestiegen (p < 0,001) und 2007 auf 37,0 % abgefallen und beträgt 38,5 % im Jahr 2008. Es gab im Jahr 2008 3 Neueröffnungen, alle 37 Zentren führen sowohl Koronarangiographien als auch PCI durch. In 6686 Fällen erfolgte eine Akut-PCI wegen Verdacht auf Myokardinfarkt (davon gemeldete 3677 ST-Hebungsinfarkte; STEMI). Der Prozentanteil der Akut-PCIs ist in den Jahren 2002– 2008 von 11,7 % auf 33,9 % aller PCIs signifikant angestiegen (p < 0,001). Die Hospitalmortalität 2008 nach PCI beträgt 1,04 % und setzt sich aus jener für nicht-akute PCIs von 0,276 % (36/13.041) und jener für Akut-PCIs von 2,53 % (169/6686) zusammen, wobei nach Akut-PCI im Infarkt mit kardiogenem Schock (105/360 = 29,17 %) die wesentlich höhere Mortalität besteht als nach Akut-PCI im Infarkt ohne Schock (64/6326 = 1,01 %). Die Rate notfallmäßiger Operationen nach PCI-Komplikation betrug 0,076 %, die Mortalität infolge notfallmäßiger Operationen traf 7 der 15 Patienten. Insgesamt wurden bei 17.340 Fällen (87,9 % der PCI-Fälle) Stents implantiert. Drug-eluting Stents (DES) haben 2008 mit einem Anteil von 66,8 % aller Stentfälle seit 2006 (69,2 %) ein Plateau erreicht. Everolimus ist 2008 erstmals mit 4332 gemeldeten Fällen die meistverwendete Substanz (2007 war es Paclitaxel mit 3550 gemeldeten Fällen). Eingriffe wegen Instent- Restenose (REDO) wurden 2007 bei 5,2 % und 2008 bei 6,7 % aller PCI-Fälle dokumentiert, ursächlich für diesen Anstieg ist der höhere Anteil an akuten Stentthrombosen von zunächst 8,5 % und dann 14,8 % aller REDOs. Folgende Anwendungen zeigten zuletzt Steigerungsraten (% der PCI Fälle im Jahr 2008): Hilfsmittel zum Punktionsverschluss (74,6 %), Gerinnselfänger (5,4 %), intrakoronare Ultraschalldiagnostik (5,6 %), intrakoronare Druckmessung (7,8 %), direkte Thrombinhemmer (3,0 %), Stents im linken Hauptstamm (2,1 % aller Stents), „optical coherence tomography“ (OCT; 0,57%) und die Transkatheteraortenklappenimplantation (TAVI) mit 144 Fällen im Jahr 2008. Neu war 2008 die stereotaktische Drahtnavigation. Auch nicht-koronare Eingriffe (Myokardbiopsien, Elektrophysiologie, Ablationen, Defektverschlüsse und Schrittmacheroperationen im Katheterlabor) nahmen 2008 zu. In den Jahren 2004–2009 fanden in 30 der 37 österreichischen Labors insgesamt 33 Monitorvisiten statt. Im europäischen Vergleich liegt Österreich (8,299 Millionen Einwohner) im Jahr 2008 mit 6180 CA und 2377 PCI pro Million Einwohner und auch bezüglich der Anteile PCI/CA und DES/Stent weiter im vorderen Feld. Die Daten werden über http://iik.i-med.ac.at kommuniziert. Zusammenfassend kommt es 2008 wieder zu einer partiellen Trendumkehr, die Anzahl der diagnostischen Eingriffe nimmt erstmals ab, ebenso nehmen die nicht-akuten PCIs ab, die DES erreichten bereits 2007 ein Plateau. Eingriffe wegen Restenose nehmen 2008 zu, ursächlich ist der höhere Anteil an akuten Stentthrombosen gegenüber 2007. Hilfsmittel zum Punktionsverschluss und diverse Nischenanwendungen nehmen weiter gering zu.
 
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