Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Sommer F, Gerwe M  
Behandlungsoptionen der Ejaculatio praecox: Schwerpunkt auf Dapoxetin

Blickpunkt der Mann 2010; 8 (1): 29-36

Volltext (PDF)    Summary    Praxisrelevanz    Abbildungen   

Abb. 1: Ejaculation praecox Abb. 2: Ejaculatio praecox Abb. 3: Ejaculation praecox Abb. 4: Ejaculatio praecox



Keywords: AndrologieBehandlungEjaculatio praecoxUrologie

Die Ejaculatio praecox („premature ejaculation“ [PE]) ist eine häufige sexuelle Dysfunktion bei Männern verbunden mit erheblichen negativen Auswirkungen sowohl auf die Psyche und das Sexualleben der Betroffenen als auch auf deren Partnerschaft. Insgesamt gibt es zahlreiche therapeutische Ansätze zur Behandlung einer PE. Da die PE in früheren Zeiten noch als rein psychosomatische Funktionsstörung galt, kamen vor allem psycho- und verhaltenstherapeutische Maßnahmen zum Einsatz. Diese können kurzfristige Erfolge zeigen, aber für den Langzeiterfolg liegt kein abschließender Nachweis vor. Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Neurotransmitter Serotonin, welcher überwiegend hemmende Impulse in der zentralen Steuerung der Ejakulation vermittelt, eine entscheidende Rolle in der Pathophysiologie der PE spielt. Die meisten pharmakologischen Therapien heutzutage werden „off label“ eingesetzt. Positive Effekte sind dokumentiert für Lokalanästhetika, chronische Einnahme von selektiven Serotonin- Wiederaufnahmehemmern (SSRI), die üblicherweise zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, und bei gleichzeitiger Erektionsstörung für Phosphodiesterase-5-Hemmer. Die Anwendung dieser Substanzen wird jedoch durch unerwünschte Nebenwirkungen eingeschränkt. Insbesondere langwirksame SSRI können mit Absetzphänomenen und Störungen von Sexualfunktion und Stimmung einhergehen. Dapoxetin, ein neuer, kurz wirksamer SSRI, ist das erste Medikament, das aktuell in 7 europäischen Ländern, einschließlich Deutschland, darüber hinaus in Südkorea und Mexiko für die Behandlung der PE zugelassen ist. Aufgrund seiner pharmakokinetischen Eigenschaften mit schneller Anflutung und rascher Elimination ist es für die Bedarfsbehandlung geeignet. Die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Dapoxetin wurde bei > 6000 Patienten und deren Partnerinnen in 5 randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Phase- III-Studien weltweit untersucht. Eine internationale 24-wöchige Studie wurde in 22 Ländern vorwiegend in Europa und Südamerika durchgeführt. Die Ergebnisse dieser internationalen Studie waren vergleichbar mit denen der 4 anderen Studien. 30 mg und 60 mg Dapoxetin bei Bedarf zeigten gegenüber Placebo sowohl eine signifikante Zunahme der durchschnittlichen intravaginalen Ejakulations-Latenzzeit (IELT), eine verbesserte Kontrolle über die Ejakulation, einen verringerten PE-bezogenen Leidensdruck und verringerte zwischenmenschliche Schwierigkeiten als auch eine erhöhte Zufriedenheit mit dem Geschlechtsverkehr bei Patienten und Partnerinnen. Dapoxetin war in allen Studien im Allgemeinen gut verträglich. Häufigste unerwünschte Ereignisse waren Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Nach Evaluierung mit validierten Instrumenten ergaben sich keine Hinweise auf SSRI-typische Effekte unter der Behandlung mit Dapoxetin.
 
copyright © 2003–2016 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung