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Schramm C et al.  
Hypertonie-Prävalenz und antihypertensive Behandlungsmodalitäten bei Patienten mit bioptisch gesicherter nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung

Journal für Hypertonie - Austrian Journal of Hypertension 2010; 14 (4): 21-25

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Abb. 1: NASH - NAFL Abb. 2: NASH Abb. 3: NASH



Keywords: FettleberTherapie

Einleitung: Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist mit einer Prävalenz von 20–30 % die häufigste Lebererkrankung in westlichen Ländern, von der vor allem Männer mittleren Alters betroffen sind. Sie wird als ein Bestandteil des metabolischen Syndroms angesehen und geht mit einer deutlich erhöhten kardiovaskulären Morbidität und Mortalität einher. Ziel der vorliegenden Untersuchung war, die Hypertonieprävalenz und antihypertensiven Behandlungsmodalitäten bei Patienten mit NAFLD zu analysieren. Methoden: In einem Patientenkollektiv von 1880 Patienten, bei denen zwischen 1998 und 2005 in der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Abdominalzentrum des Universitätsklinikums Köln eine Leberbiopsie durchgeführt wurde, wurden folgende Merkmale von 144 Patienten mit einer histologisch gesicherten NAFLD, davon 37 Patienten mit nicht-alkoholischer Fettleber (NAFL) und 107 Patienten mit einer nicht-alkoholischen Steatohepatitis (NASH), retrospektiv erhoben: Alter, Geschlecht, Fibrosegrad der Leber, Adipositas, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2, Dyslipoproteinämie, metabolisches Syndrom, Häufigkeit und Art einer antihypertensiven Medikation. Als Vergleichsgruppe dienten die Daten von Patienten mit einer chronischen Hepatitis-C-Virusinfektion (n = 766). Ergebnisse: Beide Patientengruppen wiesen ein ähnliches Geschlechterverhältnis mit Überwiegen der Männer sowie ein gleiches Durchschnittsalter auf. Im Vergleich zu den NAFL-Patienten hatten NASH-Patienten einen höheren Body-Mass-Index (p = 0,015) und häufiger einen Diabetes mellitus Typ 2 (p = 0,035). Ein metabolisches Syndrom und eine arterielle Hypertonie kamen in der NASH-Gruppe tendenziell gehäuft vor. Die Prävalenz der arteriellen Hypertonie bei NAFLD-Patienten war mit 28,9 % um das 3-Fache höher als in der Vergleichsgruppe (9,7 %), lag jedoch im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung unterhalb der zu erwartenden Prävalenz. Nur etwa 50 % der Patienten mit einer diagnostizierten arteriellen Hypertonie erhielten eine antihypertensive Medikation, wobei Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems am häufigsten verschrieben wurden. Schlussfolgerung: In Hinblick auf das erhöhte kardiovaskuläre Risiko bei NAFLD-Patienten sollte das atherogene Risikoprofil bei Patientenkontakten erfasst und durch Lebensstiländerung sowie intensivierte Blutdruckkontrolle mit stoffwechselneutralen Antihypertensiva verbessert werden.
 
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