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Bertram H et al.  
Rush-hour des Lebens: Geburtenaufschub, Einkommensverläufe und familienpolitische Perspektiven

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2011; 8 (2): 91-99

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Abb. 1: Langfristiger Geburtenrückgang aus Kohortenperspektive Abb. 2: Aufschub und Nachholen von Geburten Abb. 3: Zeitfenster der Elternschaft Abb. 4: Kinderzahl von Hausfrauen und erwerbstätigen Frauen Abb. 5: Kinderzahl und Alter bei Geburt Abb. 6: Einkommensentwicklung von Frauen Abb. 7: Einkommensentwicklung im weiblichen Lebensverlauf Zum letzten Bild



Keywords: GeburtenrateStrukturwandelTotal Fertility Rate

Der Beitrag analysiert die Rush-hour des Lebens: Der strukturelle Wandel der Arbeitswelt bedingt einen Aufschub der Reproduktion in spätere Lebensjahre. Jungen Frauen und Männern verbleibt für den Aufbau einer sicheren Berufsperspektive, einer stabilen Partnerschaft und für die Entscheidung für Kinder immer weniger Zeit. Innerhalb der vergangenen 4 Jahrzehnte verursachten vor allem die Bildungsexpansion, die Verbreitung der Frauenerwerbstätigkeit sowie die Verschiebung zu mehr hochqualifizierten Berufen diesen Strukturwandel. Die lange Ausbildungsphase und der späte Berufseinstieg tragen zur späten ökonomischen Selbstständigkeit und damit zum Aufschub der Erstgeburt bei. Diese alle Industrieländer betreffende Entwicklung lässt sich demographisch durch die Dichotomie Aufschub und spätere Geburten beschreiben. Während andere Länder wie Schweden ein hohes Erstgeburtsalter und hohe Kinderzahlen aufweisen, fällt in Deutschland ein großer Teil der Geburten weg, da sich vergleichsweise wenige Frauen für mehrere Kinder entscheiden. Diese Entwicklung wird hier aus ökonomischer Perspektive beleuchtet. Die Veränderungen der Einkommenssituation im Lebensverlauf von Anfang der 1970er-Jahre bis heute zeigt einen weitreichenden Wandel der Einkommensverläufe: Höhere Einkommen verschieben sich zunehmend in die Altersgruppe ab 50 Jahre, in eine Lebensphase, in der die Frage der Kinderbetreuung keine wesentliche Rolle mehr spielt. Umgekehrt ist das durchschnittliche Einkommen junger Familien relativ gering. Einkommen und Pro-Kopf-Bedarf sind im Lebensverlauf nicht synchron und führen zu einer hohen Verbreitung von Kinderarmut. Die Familienpolitik steht vor einer zentralen Herausforderung, die Einkommenssituation junger Familien zu verbessern und somit die hohe Kinderarmut zu bekämpfen. Eine mögliche politische Lösung ist die Kindergrundsicherung.
 
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