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Pfister D et al.  
Palliative radikale (Zysto-) Prostatektomie bei lokal fortgeschrittenem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (KRPCA)

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2011; 18 (2) (Ausgabe für Österreich): 14-16
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2011; 18 (2) (Ausgabe für Schweiz): 14-16

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Abb. 1: mehrmaliger TUR-P Abb. 2: Subileus



Keywords: PalliationUrologie

Trotz primärer lokaler Radiatio und Systemtherapie kann das lokal fortgeschrittene kastrationsresistente Prostatakarzinom (KRPCA) bei weiterer Progression zu lokalen Symptomen durch Rektum- und Blasenhalsinfiltration führen. Wir berichten über unsere Erfahrungen palliativer radikalchirurgischer Therapiekonzepte. Bei 20 Patienten wurde zwischen 2004 und 2010 aufgrund lokaler Symptome bei lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom eine palliative radikale Chirurgie durchgeführt. Im Vordergrund stand eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik bei > zwei Drittel der Patienten, gefolgt von subvesikaler Obstruktion, rezidivierenden interventionspflichtigen Makrohämaturien und chronischem Subileus bei Rektumbeteiligung. 18 der Patienten waren kastrationsresistent nach den gängigen Leitlinien. Als operative Maßnahmen wurde eine Zystoprostatektomie bei 15 Patienten, davon 3 mit zusätzlicher Rektumresektion, und bei 4 Patienten eine radikale Prostatektomie durchgeführt. Ein Patient erhielt bei schlechter Prognose eine beidseitige Ureterhautfistel und eine Kolostomie. Der mittlere stationäre Aufenthalt lag bei 14 (10–23) Tagen. Es gab keine signifikanten intraoperativen Komplikationen. Postoperativ kam es zu 3 interventionspflichtigen Komplikationen: einem intrapelvinen Abszess, einer symptomatischen Lymphozele sowie einer ableitungsbedürftigen Pyonephrose. Eine Reduktion von Symptomen konnte in 80 % der Fälle erreicht werden. Das mittlere symptomfreie Intervall lag bei 15,3 (6–25) Monaten, das mittlere Überleben bei 20,3 (9–28) Monaten. Die radikale palliative Tumorchirurgie kann zu einer dauerhaften Symptomreduktion führen und sollte als individuelles Therapiekonzept bei einem ausgewählten Patientengut Anwendung finden.
 
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