| Georgiewa P et al. |
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Psychoonkologische Versorgung im Brustzentrum der Charité Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2012; 13 (3): 138-143 Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Abbildungen Die Ergebnisse unserer Arbeit zeigen Differenzen zwischen psychischer Belastung bei den Patientinnen und Betreuungswunsch. Patienten wünschen sich psychoonkologische Unterstützung, allerdings mit deutlich anderer Gewichtung als bisher in den meisten interdisziplinären Teams realisiert: Zuallererst sind die direkt betreuenden Ärzte angesprochen, dann wird Unterstützung in der Familie, in dritter Linie beim direkt betreuenden Pflegepersonal gesucht. Erst mit einigem Abstand werden Psychoonkologen, Sozialarbeiter oder Seelsorger als Ansprechpartner benannt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer permanenten Teamkommunikation und Intervision sowie den permanenten Weiterbildungsbedarf aller Teammitglieder. Die Umsetzung interdisziplinären Vorgehens nicht nur in den Tumorkonferenzen sondern auch bei gemeinsamen Visiten und Patientengesprächen scheint unabdingbar. Eine einfach handhabbare lückenlose Dokumentation des Verlaufes, möglichst standardisiert, erleichtert dabei Kommunikation und Behandlung. Ein Beispiel dafür haben wir mit dem psychoonkologischen Modul im ODSeasy vorgestellt. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Belastung von Familienangehörigen (Eltern, Partner) genauso hoch ist wie jene der Betroffenen, nach Möglichkeit sollten diese deshalb in den Behandlungsprozess einbezogen werden. Laufende Studien zeigen, dass psychische Belastung nicht kurz nach der Behandlung abklingt, sondern sich eher im Verlauf zeigt, besonders, wenn keine psychoonkologische Intervention erfolgte. Wir empfehlen und realisieren deshalb ein anhaltendes (mindestens über einen 5-Jahres-Zeitraum bestehendes) Versorgungsangebot. |
