| Maier B |
|---|
|
Depressive Störungen und Diabetes Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2012; 5 (4): 20-27 Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Abbildungen - Depressive Störungen kommen bei Menschen mit Diabetes etwa doppelt so häufig vor im Vergleich zur Normalbevölkerung. - Diabetes-Patienten mit einer Depression weisen eine beeinträchtigte Lebensqualität, eine schlechtere glykämische Kontrolle sowie ein erhöhtes Folgeerkrankungs- und Mortalitätsrisiko auf. Einer reduzierten Therapieadhärenz stehen stark ansteigende Behandlungskosten bei Vorliegen einer komorbiden Depression gegenüber. - Aufgrund der Bedeutsamkeit depressiver Symptome als Barriere für das Selbstbehandlungsverhalten sowie deren Auswirkungen auf die Prognose und Lebensqualität sollte 1× im Jahr ein routinemäßiges Screening auf Vorliegen einer Depression erfolgen. - Bei der pharmakologischen Therapie sollte im Hinblick auf das Nebenwirkungsprofil eine Behandlung mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern gegenüber dem Einsatz von trizyklischen Antidepressiva präferiert werden. - Psychotherapeutische Maßnahmen sind geeignet, die diabetesbezogenen Belastungen zu reduzieren, Problemlösekompetenzen von Betroffenen zu stärken, die Stimmungslage zu verbessern und der Genese einer klinischen Depression oder deren Chronifizierung vorzubeugen. - In der hausärztlichen Versorgung sollten erste Ansätze einer niederschwelligen, bedarfsgerechten und individualisierten Betreuung erprobt und weiterentwickelt werden. |
