| Siveke JT et al. | ||
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Zystische Pankreastumoren: Diagnostik und Therapie Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2013; 11 (4): 24-30 Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Fragen zum Artikel Abbildungen Keywords: endoskopischer Ultraschall, Gastroenterologie, Neoplasie, Pankreas, zystische Läsion Die Gruppe der zystischen Pankreastumoren umfasst eine Vielzahl verschiedener Entitäten mit unterschiedlichen klinischen, morphologischen und prognostischen Charakteristika. Die Läsionen werden aufgrund der stetig verbesserten Bildgebung zunehmend früher und mit geringerer Größe diagnostiziert. Trotz des breiten Spektrums möglicher Ursachen entfallen 95 % aller zystischen Prozesse auf nur 5 Entitäten: Pankreaspseudozysten, intraduktale papilläre muzinöse Neoplasien (IPMN), muzinös-zystische Neoplasien (MCN), serös-zystische Neoplasien (SCN) und solid-pseudopapilläre Neoplasien (SPN). Relevant ist die Unterscheidung neoplastischer zystischer Läsionen von nichtneoplastischen Zysten, wobei erstere weiter in seröse und muzinöse Neoplasien unterteilt werden, die wiederum ein unterschiedliches Malignitätspotenzial aufweisen. Die Differenzialdiagnose kann schwierig sein und beinhaltet eine genaue Anamnese, eine differenzierte bildgebende Diagnostik sowie pathologische und laborchemische Analysen. Die häufigsten neoplastischen Läsionen sind inzwischen die IPMN. Sie haben immer eine Gangkommunikation und können in Hauptgang- IPMN mit schlechterer Prognose und Seitengang- IPMN mit besserer, allerdings subtypabhängiger variabler Prognose eingeteilt werden. Die Seitengang- IPMN bedürfen einer genauen Risikoeinschätzung, die u. a. von Zystencharakteristika wie dem histologischen Subtyp und Risikofaktoren wie Größe, soliden Anteilen und Gangdilatation abhängt. Während unspezifische abdominelle Beschwerden keinen diagnostischen Wert haben, sind Gewichtsverlust, Ikterus, neu diagnostizierter Diabetes mellitus und erhöhte CA19-9- Werte im Serum Warnsymptome für eine maligne Entartung. Die Hauptgang-IPMN und geringer die MCN haben das größte Malignitätspotenzial der muzinösen Neoplasien und sollten wie die SPN immer reseziert werden, während SCN eine sehr geringes Malignitätspotenzial aufweisen. Kleinere Seitengang-IPMN und SCN können, wenn asymptomatisch und ohne sonstige Risikofaktoren, beobachtet werden. |
