| Nagele W, Nagele J | ||||||
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Sonographie der Karotis-Intima-Media-Dicke Zeitschrift für Gefäßmedizin 2015; 12 (1): 5-9 Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Abbildungen Keywords: Intima-Media-Dicke, Karotis, Sonographie Seit ca. 30 Jahren kennt man den Zusammenhang zwischen der sonographisch gemessenen Intima-Media-Dicke (IMT; „Carotis Intima- Media Thickness“, CIMT) und dem kardiovaskulären Risiko. In zahlreichen Studien konnte die IMT als Surrogatparameter für das Ausmaß der atherosklerotischen Progression bestätigt werden. Die IMT-Vermessung ist mittlerweile eine etablierte, unterstützende Standardmethode zur Erfassung des kardiovaskulären Risikos bei Personen ohne vorausgegangenes kardiovaskuläres Ereignis. Die zunehmende Verdickung der IMT geht der Entwicklung atherosklerotischer Plaques und Stenosen jahrzehntelang voraus. Im täglichen Routinebetrieb gelten folgende orientierende Normwerte: Personen bis 40 Jahre: < 0,6 mm, 40–60 Jahre < 0,8 mm und Personen > 60 Jahre < 1,0 mm. Jede Steigerung der IMT um 0,1 mm hebt das kardiovaskuläre Risiko um 11 %. Eine Überschreitung > 1,0 mm steigert das kardiovaskuläre Risiko innerhalb von 2 Jahren auf das Doppelte und innerhalb von 6 Jahren auf das Vierfache. Automatisierte IMT-Algorithmen in neueren Ultraschallgeräten verfeinern, vereinfachen und beschleunigen den Untersuchungsvorgang. Dennoch sollten Untersucher ohne entsprechende Software nicht von der manuellen IMT-Vermessung abschrecken. Die IMT-Messung wird in der Praxis wohl meistens in Verbindung mit der sonographischen Evaluierung von möglichen Karotisstenosen angeschlossen und erfordert nur wenige Minuten an zusätzlichem Zeitaufwand. Die Messergebnisse sollten in prophylaktischen und therapeutischen Maßnahmen umgesetzt werden, um die weitere Progression der Atherosklerose zu reduzieren und Folgeerkrankungen zu vermeiden. |
