Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Katzorke Th  
Entstehung, Entwicklung und gegenwärtiger Stand der Spendersamenbehandlung in Deutschland // Artificial Insemination by Donor in Germany – an Update

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2019; 16 (4): 151-162

Volltext (PDF)    Volltext (HTML)    Summary   




Keywords: AnonymitätBehandlungDeutschlandDokumentationdonogene InseminationFortpflanzungsmedizingesetzgeschichtliche Entwicklungheterologe Inseminationmännliche Infertilität

Ever since the first documented instrumental transfer of human donor sperm ( Philadelphia, 1884), this treatment option for male infertility has been the focus of highly controversial discussions: ethical, moral, legal, religious as well as many other issues are affected. Nevertheless, assisted insemination by donor (AID) today is a generally accepted and scientifically established treatment in all industrialized countries. So far, no evidence for a negative effect on the prospective parents´quality of life, nor the children´s conceived after the treatment has been documented. Through new technologies (DNA-analysis) the sperm donor anonymity is a concept rendered obsolete. In 2018, a new law came in to effect, giving legal security to the donor not to be the father. The children resulted from donor sperm therapy are able to receive the name of the donor since the age of 16. Lesbian couples have to continue to adopt the child. The treatment of single women poses problems and requires clarification. Furthermore, social changes should be accounted for by a revision of the German Embryo Protection Act of 1991. A new, modern Reproductive Medicine Act is still required.
Kurzfassung: Seit der ersten dokumentierten instrumentellen Spendersamenübertragung (Philadelphia 1884) bei männlicher Zeugungsunfähigkeit ist diese Behandlungsmethode Gegenstand äußerst kontrovers geführter Diskussionen: Ethische, moralische, juristische, religiöse und viele andere Bereiche werden tangiert. Trotzdem wird die Samenspende heute als eine allgemein akzeptierte, wissenschaftlich begründete und zulässige Therapieform in sämtlichen Industrieländern betrachtet. Es gibt bisher keinen Anhalt für eine Einschränkung der Lebensqualität der späteren Eltern und der so gezeugten Kinder. Die Praxis der Anonymisierung wurde in der Vergangenheit kontrovers diskutiert. Durch die leichte Verfügbarkeit von DNA-Analysen lässt sich die Anonymität nicht weiter aufrechterhalten. Eine frühzeitige Aufklärung der durch Spendersamen gezeugten Kinder wird heutzutage generell empfohlen. In der Bundesrepublik Deutschland trat zum 01.07.2018 das Samenspenderegistergesetz in Kraft. Spenderdaten und Daten der behandelten Patientin müssen durch Samenbank und die Medizinische Einrichtung an ein Bundesinstitut (DIMDI) gemeldet werden, wo sie 110 Jahre zugänglich sind. Kinder aus Spendersamenbehandlungen können ab dem 16. Lebensjahr die Daten des Spenders erfragen. Der Spender kann nicht als Vater eingetragen werden. Erbrecht und Unterhaltsrecht kommen für den Spender nicht zum Tragen. In gleichgeschlechtlichen Beziehungen wird die Co-Mutter nicht automatisch aufgrund der Ehe als weiterer Elternteil eingetragen, sondern es muss das Adoptionsverfahren durchlaufen werden. Umstritten bleibt die Behandlung alleinstehender Frauen („single women“). Hier fehlt die zweite Bezugsperson und dem Arzt könnte bei späteren Problemen eine gewisse Mitverantwortung für die Situation unterstellt werden. Deutschland braucht dringend ein modernes, der gesellschaftlichen Entwicklung angepasstes Fortpflanzungsmedizingesetz.
 
copyright © 2003–2022 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Datenschutz | Impressum
 
Werbung