| Tomaschitz A, Dobnig H | ||
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Primärer Hyperaldosteronismus - die häufigste monokausale Ursache der "essenziellen Hypertonie" Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel - Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2009; 2 (2): 14-21 Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Abbildungen Keywords: Endokrinologie, Hypertonie, PHA Der primäre Hyperaldosteronismus (PHA) ist durch eine vom Renin-Angiotensin-System entkoppelte, inadäquat gesteigerte Aldosteronproduktion charakterisiert, die durch Kochsalzbelastung nicht ausreichend supprimierbar ist. Die Prävalenz des PHA wird in hypertensiven Patienten auf 5–13 %, sowie bei therapierefraktären hypertensiven Patienten auf 23 % geschätzt. Damit ist der PHA die häufigste Ursache einer sekundären Hypertonie. Zusätzlich ist eine erhöhte Aldosteronkonzentration unabhängig vom Blutdruck mit einem gesteigerten Risiko für die Entstehung einer kardiovaskulären Erkrankung, den plötzlichen Herztod, die linksventrikuläre Hypertrophie, eines Schlaganfalls, einer intrazerebralen Blutung, einer Niereninsuffizienz, einer Atherosklerose, eines gesteigerten Gefäßremodellings und des metabolischen Syndroms assoziiert. Die Ursache eines PHA ist in mehr als 95 % eine bilaterale Nebennierenrindenhyperplasie (idiopathischer Hyperaldosteronismus [IHA]) oder ein Aldosteron-produzierendes Adenom (APA) der Nebenniere. Der diagnostische Ablauf des PHA gliedert sich in drei Teile: (1) Screening, (2) Bestätigungstest und (3) Subtypenevaluierung (CT-Untersuchung und Nebennierenvenensampling). Die Aldosteron-Renin-Ratio- (ARR-) Bestimmung ist der derzeit empfohlene Screeningtest bei Verdacht auf einen PHA. Durch unterschiedliche Vortestbedingungen und Medikamente können jedoch falsch positive und falsch negative Untersuchungsergebnisse resultieren. Entsprechend einer Kosten-Nutzen-Analyse wird derzeit nur in bestimmten Gruppen hypertensiver Patienten ein PHA-Screening empfohlen. Aufgrund der zahlreichen organschädigenden Aldosteron- induzierten Effekte wäre jedoch ein Screening aller hypertensiven Patienten zu überlegen. Nach einer unilateralen laparoskopischen Adrenalektomie (bei APA oder einer seltenen unilateralen Hyperplasie) kann bei 30–60 % der Patienten eine Verbesserung der Blutdrucksituation erzielt werden. Bei Patienten mit einem IHA stellen Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten die Therapie der ersten Wahl dar. |
