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Kongressbericht: Ungewollte Kinderlosigkeit: Hindernisse bei der

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2018; 15 (1): 56-57

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Kongressbericht: Ungewollte Kinderlosigkeit: Hindernisse bei der „Expedition Familie“ professionell meistern

*Quelle: Pressekonferenz „Modern ART: How to Improve Fertility Treatment Outcomes for ­Patients”, Hamburg, 20.10.2017, Veranstalter: Merck

Für Paare mit Kinderwunsch kann die Zeitspanne vom Behandlungsbeginn bis zur Geburt eines gesunden Kindes physisch und psychisch belastend sein. Die assistierte Reproduktion (ART) hat das Ziel, dieses Intervall zu verkürzen. Einfach anzuwendende Medikamente und psychologische Unterstützung machen die Therapie patientenfreundlicher, Innovationen im Labor steigern den Erfolg der Behandlung. Merck engagiert sich deshalb neben der traditionellen ovariellen Stimulation auch bei der Entwicklung und Etablierung neuer Labor-Technologien.

Das ART-Labor hat wesentlichen Anteil am Erfolg der Kinderwunschbehandlung, wie Dr. Dorothea Wenzel als Head of Global Business Franchise Fertility Merck vor Journalisten ausführte*. Für die Embryokultur bietet die Firma Merck ein Portfolio an Inkubatoren, entsprechende Medien, einem Tracking-Tool und dem ersten automatische System zur Vitrifikation für die Kryokonservierung.

Darüber hinaus wurde in Zusammen­arbeit mit Psychologen eine App entwickelt, die mithilft, das Kinderwunschpaar emotional auf seiner Reise zu ihrem Wunschkind zu begleiten. Ein entsprechendes Studienprotokoll startet 2018 Jahr in verschiedenen IVF-Zentren, um den Nutzen im Verlauf der Therapie zu belegen.

Hindernisse überbrücken

Bei der „Expedition Familie” sind Paare vor Überraschungen nicht gefeit. Dank Pille prinzipiell gut zu planen, werden Kinderwunsch und Karriere zeitlich optimiert. Natürliche Hindernisse wie die abnehmende Fruchtbarkeit der Frau oder eine eingeschränkte Fertilität bei Mann und/oder Frau sind nicht einkalkuliert.

Rund 10 % der Paare bedürfen ärztlicher Hilfe, um schwanger zu werden. Manchmal genügt als Überbrückungshilfe eine Insemination. Reicht dies nicht aus, erfolgt eine ovarielle Stimulation mit Gonadotropinen aus vorgefüllten Pens. Die gewonnenen Eizellen werden in vitro entweder mit Spermien inkubiert (IVF) oder es wird ein einzelnes Spermium direkt injiziert (ICSI).

Bei der anschließenden Embryokultur können spezielle Inkubatoren wie das Geri-System eine ungestörte Entwicklung unter konstanten Bedingungen (Temperatur, CO2/O2, pH) gewährleisten. Die Aufnahmen im Fünf-Minuten-Rhythmus werden automatisiert ausgewertet („time lapse system“) und die Embryonen nach Implantationspotenzial bewertet. Der Transfer von „hoch“ eingestuften Embryonen steigert die Chancen auf eine Schwangerschaft.

Rekombinante Gonadotropine: Meilenstein ­individueller Stimulation

Im Fertility Center Hamburg (FCH) werden jährlich rund 1500 Zyklen mit frisch gewonnenen und etwa 500 mit zuvor tiefgefrorenen imprägnierten Eizellen oder Embryonen durchgeführt, erläuterte Dr. Robert Fischer als leitender Arzt und einer der deutschen IVF-Pioniere. Als Meilenstein stufte er die Entwicklung rekombinanter Gonadotropine ein. Merck bietet als einziges Unternehmen alle drei Hormone in dieser Form an.

Die ovarielle Stimulation ist individuell zu dosieren: Abhängig von Markern für die ovarielle Reserve ist eine ungenügende oder auch überschießende Reaktion zu vermeiden. Bei älteren Patientinnen (? 37 Jahre) setzt das Team wegen der hohen Aneuploidierate auf die Polkörper-Analytik, um die Qualität der Eizellen zu prüfen. Entwickelt sich ein Embryo aus einer euploiden Eizelle bis in das Blastozysten-Stadium, hat auch eine ältere Patientin vergleichbar hohe Schwangerschafts-Chancen wie eine jüngere Frau, so Fischer.

Höhere Chancen durch Genetik, „time lapse“ und Geduld

Einen weiteren „Sprung nach oben“ haben die Erfolgsraten am FCH mit der Einführung der „Time-lapse“-Technologie im Geri-System gemacht. Hier werden fehlerhaft entwickelte Embryonen (starke Fragmentierung, Vielkernigkeit, direkte oder reverse Teilung) erkannt. Das Timing der Zellteilung wird nach einem Algorithmus automatisch ausgewertet, berichtete Kimberly Kienast vom Laborteam.

Werden 2 Embryonen mit hohen Scorewerten transferiert, resultiert in 8 von 10 Fällen (82,7 %) eine Schwangerschaft, bei Übertragung eines einzelnen Em­bryos in 6 von 10 Fällen (59,4 %). Angesichts des stark erhöhten Mehrlings­risikos beim „Doppeltransfer“ (49,3 % vs. 9,8 %) plädierte Dr. Fischer hier engagiert für den elektiven Single-Embryo-Transfer und die sukzessive Übertragung weiterer Embryonen in Folgezyklen.

Dass sich die kumulativen Schwangerschaftsraten in allen Altersgruppen durch weitere Zyklen steigern lassen, belegte der Referent mit Daten des Zentrums aus 22.432 Zyklen der Jahre 2000–2013. Für Patientinnen im Alter von 36–37 Jahren ergaben sich nach 5 Zyklen kumulative Raten von fast 80 %, für 38- bis 40-Jährige von 66 % und für > 40-Jährige immerhin noch fast 40 % (Abb. 1).

Selbst aktiv werden und gemeinsame Freizeit planen

Trotz entsprechender Information zu Beginn der Therapie hoffen alle Paare insgeheim auf den „Jackpot“ im ersten Zyklus. Meist suchen sie erst nach dem zweiten Zyklus ohne Schwangerschaft psychologische Unterstützung, weiß Dr. Susanne Quitmann aus Erfahrung. Ihr praktischer Rat für die härteste Zeit, das Warten auf den Schwangerschaftstest: Nicht zu zweit zuhause sitzen und sinnieren, sondern einen aktiven Freizeitplan für diese Zeitspanne entwerfen. Hier stünde es den Männern gut an, zum Event-Manager zu avancieren für die Partnerin, die sich der Therapie unterzogen hat, ermutigt Dr. Quitmann die Paare.

Weitere Informationen und verantwortlich für den Inhalt:

Merck Serono GmbH

Darmstadt, Deutschland


 
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