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Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2020; 17 (2): 106-107

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Nebido® für Männer mit Hypogonadismus und Prädiabetes

Die Manifestation des Typ-2-Diabetes verhindern

Bei Männern mit Hypogonadismus und prädiabetischer Stoffwechsellage kann die 3-Monats-Injektion mit Testosteronundecanoat (Nebido®) verhindern, dass sich ein Typ-2-Diabetes manifestiert. Eine urologische Registerstudie [1], die Daten solcher Patienten über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 8 Jahren ausgewertet hat, belegt: Während bei 40 % der 87 Vergleichspatienten ohne Hormonbehandlung am Ende des Untersuchungszeitraums ein Typ-2-Diabetes vorlag, konnte bei allen 229 mit Nebido® behandelten Männern eine derartige Progression verhindert werden. Bei neun von zehn Patienten mit Testosterontherapie verbesserten sich die Blutwerte insgesamt so deutlich, dass auch keine prädiabetische Stoffwechsellage mehr bestand.

Testosteron und Metabolismus: Ein untrennbares Paar

Ein Hypogonadismus ist in Studien auffallend häufig mit Komorbiditäten wie Adipositas, Typ-2-Diabetes oder dem metabolischen Syndrom assoziiert [2, 3]. Durch Testosteronmangel nimmt die fettfreie Körpermasse ab und es wird vermehrt viszerales Fett eingelagert. Übergewicht und die rege Stoffwechselaktivität des viszeralen Fettgewebes fördern pathophysiologische Veränderungen im Sinne des metabolischen Syndroms, die wiederum u. a. die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes begünstigen [3]. Gleichzeitig gehört Übergewicht zu den Risikofaktoren für die Entstehung eines Late-Onset-Hypogonadismus [4], wodurch ein Teufelskreis entstehen kann.

Die Europäische Urologie-Gesellschaft (EAU) bestätigt andererseits in ihrer „Leitlinie Männlicher Hypogonadismus“ den positiven Einfluss einer Testosteronbehandlung auf kardiovaskuläre Risikofaktoren (Evidenzgrad 1b): Bei hypogonadalen Männern kann die Hormonbehandlung zu einer Abnahme der Körperfettmasse führen, dabei die Körperzusammensetzung, die metabolische Kontrolle und die Muskelkraft positiv beeinflussen [4]. Bei adipösen, hypogonadalen Männern konnte zudem gezeigt werden, dass eine Substitution mit intramuskulär injiziertem, langwirksamen Testosteronundecanoat (Nebido®) eine durch Diät induzierte Gewichtsreduktion vorteilhaft unterstützen kann: Die Muskelmasse blieb nach 56 Wochen im Gegensatz zur Placebo-Behandlung weitestgehend erhalten und der Gewichtsverlust beruhte fast ausschließlich auf dem Abbau von Körperfett [5].

Langzeitdaten von Risiko-Patienten unter Real-Life-Bedingungen belegen: Nebido® unterstützt die Diabetesprävention bei hypogonadalen Männern

Ob eine langfristige Testosterontherapie bei hypogonadalen Männern auch die Entstehung eines Typ-2-Diabetes hinauszögern oder verhindern kann, untersuchte der Facharzt für Urologie, Prof. Dr. Dr. Aksam Yassin, Norderstedt, zusammen mit einem internationalen Kollegenteam [1]. Für ihre Studie werteten die Autoren Registerdaten von Männern mit Hypogonadismus-Symptomen aus, bei denen der Testosteronwert wiederholt unterhalb des Normalbereiches (< 12,1 nmol/l) lag und der Langzeitblutzuckerwert einen Prädiabetes anzeigte (HbA1c von 5,7 bis 6,4 %). Patienten, die sich für eine hormonelle Therapie entschieden hatten, erhielten nach einem 6-wöchigen Initialintervall alle 12 Wochen paren­teral 1000 mg Testosteronundecanoat. Die restlichen 87 Patienten dienten als Kontrollen. Über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 8 Jahren erfolgte zweimal jährlich eine Kontrolle wichtiger metabolischer und anthropometrischer Parameter der zu Studienbeginn zumeist übergewichtigen Männer.

Unter der Therapie mit Nebido® verbesserte sich die Blutzuckerkontrolle deutlich: Während der HbA1c-Wert in der Kontrollgruppe signifikant gegenüber dem durchschnittlichen Ausgangswert anstieg (+ 0,63 ± 0,10 %), sank dieser Schlüsselparameter in der Testosterongruppe statistisch signifikant (– 0,39 ± 0,03 %). In der Kontrollgruppe zeigte sich bei 40 % der Patienten eine Progression zum Typ-2-Diabetes (HbA1c-Wert > 6,5 %). Dagegen wurde bei keinem der Patienten unter Testosteronbehandlung ein manifester Typ-2-Diabetes festgestellt. Neun von zehn der mit Testosteronundecanoat behandelten Männer (n = 205 von 229) hatten am Ende des Untersuchungszeitraums keinen Prädiabetes mehr (HbA1c-Wert < 5,7 %), das heißt, sie erreichten sogar eine Normalisierung ihres Glukosestoffwechsels, wohingegen dies nur bei einem Patienten in der Kontrollgruppe (1,1 %) geschah.

Auch das Körpergewicht veränderte sich statistisch signifikant und klinisch bedeutsam: Während Männer, die die Testosteroninjektionen erhielten, durchschnittlich rund 9 % ihres Ausgangsgewichts verloren, nahmen die Kontrollen im Schnitt ebenso viel an Gewicht zu. Bei den mit Nebido® behandelten Patienten verbesserten sich außerdem zahlreiche weitere Parameter des Glukose- und Fettstoffwechsels signifikant, u. a. der Nüchternblutzucker, das Gesamtcholesterin sowie LDL-, HDL-, nicht-HDL-Cholesterin. Bei diesen und weiteren Lipid-Parametern wurden bei den Kontrollpatienten Verschlechterungen dokumentiert. Die Mortalität war bei jenen Patienten, die alle drei Monate eine Injektion mit Testosteron­undecanoat erhielten, geringer (7,4 % vs. 16,1 %), ebenso die relative Häufigkeit von nicht-tödlichen Myokardinfarkten (0,4 % vs. 5,7 %).

Nebido®: Wirksam und ­sicher bei Testosteronmangel

Eine Normalisierung der Testosteronwerte konnten Yassin et al. bereits nach der ersten Injektion von Testosteronundecanoat feststellen [1]. Auch frühere Studien bestätigen: Nebido® ist über lange Zeiträume wirksam und sehr gut verträglich. Die Testosteronspiegel werden nach der Applikation meist über etwa zwölf Wochen im Normbereich gehalten, wodurch nur ca. vier Mal pro Jahr eine Injektion erforderlich wird. Die häufigste Nebenwirkung waren lokale Reaktionen am Injektionsort und von leichter Natur [1, 6]. Die Langzeittherapie mit Testosteronundecanoat erwies sich als sicher und gut verträglich. Dies spiegelt sich auch in der sehr guten Adhärenz wider: Kein Patient brach die lange Studienphase behandlungsbedingt ab [1].

Literatur:

1. Yassin A, et al. Testosterone therapy in men with hypo­gonadism prevents progression from prediabetes to type 2 diabetes: eight-year data from a registry study. Diabetes Care 2019; 42: 1104–11.

2. Zarotsky V, et al. Systematic literature review of the risk factors, comorbidities, and consequences of hypogona­dism in men. Andrology 2014; 2: 819–34.

3. Rao PM, et al. Testosterone and insulin resistance in the metabolic syndrome and T2DM in men. Nat Rev Endocrinol 2013; 9: 479–93.

4. Dohle GR, et al. EAU-Leitlinie Männlicher Hypogonadis­mus. J Reproduktionsmed Endokrinol 2018; 15: 71–88.

5. Ng Tang Fui M, et al. Effects of testosterone treatment on body fat and lean mass in obese men on a hypocaloric diet: a randomised controlled trial. BMC Med 2016; 14: 153.

6. Edelstein D, Basaria S. Testosterone undecanoate in the treatment of male hypogonadism. Expert Opin Phar­macother 2010; 11: 2095–106.

Weitere Informationen und verantwortlich für den Inhalt:

Jenapharm GmbH & Co. KG

Tel.: +49 (0)3641 8797 444

Mail: maennergesundheit@jenapharm.de

Web: www.testosteron.de


 
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