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Mitteilungen der Gesellschaften

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2021; 18 (2): 82-89

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Gesellschaftsmitteilungen – BRZ
Ankündigung
OMV des BRZ
8. bis 10. Oktober 2021 in Präsenz (mit Vorstandswahlen)
Wie immer in Berlin, wie immer im Hotel Abion Spreebogen.
Es wird eine Freude sein, sich endlich wieder persönlich zu begegnen.
Alle näheren Informationen erhalten die Mitglieder des BRZ im Lauf des Sommers.

Dr. Georg Wilke – ein erster Dank
Dr. Georg Wilke ist seit 1. April 2021 im Ruhestand. Plötzlich war er da, dieser Tag.
Dr. der GOÄ und des EBM könnte man ihn auch nennen. Einen Mann mit ungemein viel Wissen um die Reproduktionsmedizin, um die Genetik, aber auch um das gute und integre menschliche Miteinander. Dr. Charming würde auch passen, gesegnet mit Charisma und sehr viel Empathie. Leider nur ganz kurz, von 2006 bis 2007, war Georg Wilke Vorsitzender des BRZ, hat sich aber all die Jahre danach stets für das Wohl des Verbands und seiner Mitglieder eingesetzt, ihn berufspolitisch begleitet und unterstützt.
Wir alle sind dankbar. Dankbar ist sicherlich auch seine Familie, sind die Kinder, die Enkel, dass sie ihn nun nicht mehr so oft mit anderen teilen müssen, sondern viel mehr Zeit mit ihm haben werden.
Trotzdem werden wir Georg Wilke nicht völlig aus den Augen verlieren. Er wird weiterhin bei QSRepromed mitwirken und Mitglied der IVF-Kommission bleiben. Darüber hinaus hoffen wir, dass er auch dem BRZ ab und an mit seinem Rat zur Seite stehen wird.

25 Jahre BRZ – 30 Jahre ESchG
Als der Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands e.V., der BRZ, am 3. Mai 1996 in Freiburg gegründet wurde, war das Embryonenschutzgesetz (ESchG) 5 Jahre alt und grundsätzlich eigentlich schon damals zu alt. So rasch hatte sich das Gebiet Reproduktionsmedizin entwickelt, ebenso rasch setzte sich die Entwicklung fort. 30 Jahre ESchG, 30 Jahre Diskussion, 30 Jahre immer wieder die gleichen Diskussionen. 30 Jahre Frust. Frust der Ärzte, Frust ihrer Patientenpaare, vieler Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Bereichen. Frust und Unverständnis darüber, warum eine Anpassung eines zwar in der Tat schwierigen Gesetzes politisch nicht gelingen kann.
In den 25 Jahren seines Bestehens hat der BRZ die Diskussion um die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung begleitet. Politisch und gesellschaftlich, getreu seinen satzungsgemäßen Zielen.
In der Gründungsversammlung des BRZ am 3. Mai 1996 in Freiburg, beim jährlichen Treffen der deutschen IVF-Gruppen, haben 32 Frauenärzte entschieden, sich zusammenzutun und sich abzusetzen vom Verband der Frauenärzte. Die Vertreter dieser jungen Richtung in der Medizin, vorneweg Dr. Michael ­Thaele aus Saarbrücken, waren es leid, im Rauschen der allgemeinen Gynäkologie und Geburtshilfe unterzugehen. Berufspolitisch – aber nicht nur. Das junge Gebiet musste „unter die Leute“, es musste vertreten werden in den Gremien der Selbstverwaltung und musste sich Gehör verschaffen in der Gesellschaft, bei den Betroffenen und in der Politik. Kein anderes Gebiet der Medizin hat so viele Schnittstellen, kritische Berührungspunkte mit anderen Bereichen. Nicht nur die gesellschaftliche Diskussion der ethisch ständig gegenwärtigen Fragen musste und muss begleitet werden, auch die Arbeit in einem juristischen Minenfeld galt und gilt es zu bewältigen. Standards mussten entwickelt und international sich rasant entwickelnde neue Erkenntnisse und Methoden umgesetzt werden.
Nach 25 Jahren ist es mehr als angebracht, dankbar zu sein, dass die 32 Gründer nicht scheuten, 1000 DM (Die Höhe des Beitrags geht zurück auf einen Vorschlag von PD Dr. Ulrich A.Knuth) monatlich zu zahlen, damit die gesetzten, satzungsgemäßen Ziele verfolgt werden konnten und noch heute können.
Heute zählt der Verband in unterschiedlichen Mitgliedschaften 149 Mitglieder, die in ständiger und intensiver Auseinandersetzung untereinander, solidarisch, aber auch streitend einen sehr lebendigen Verband bilden. Viele der Gründer sind nicht mehr dabei, manche haben uns für immer verlassen, Junge haben sich dazu gesellt und bringen frische Luft und neues Denken und Handeln mit.
Wo steht der BRZ heute?
Im Gegensatz zum Embryonenschutz­gesetz hat sich der BRZ in den Jahren seines Bestehens mit dem Wandel und den Anforderungen des Gebiets Reproduktionsmedizin verändert, hat sich vorausschauend angepasst. Er ist tragende Gesellschaft des Deutschen IVF-Registers, pflegt den Einfluss auf und die Zusammenarbeit mit den anderen Gesellschaften des Gebiets, organisiert Konferenzen und Fortbildungen, ist Ansprechpartner für Politik, Presse, Wissenschaft und natürlich für die unterschiedlichsten Gremien mit berufspolitischer Relevanz. Der Kontakt zu den Universitäten wird gepflegt, nicht zuletzt, um den so dringend benötigten Nachwuchs auf dem Gebiet zu unterstützen.
Zurückblickend schulden wir besonderen Dank nicht nur den Gründern, sondern den Mitgliedern, die für die Arbeit im Vorstand, als Vorsitzende, aber auch als Mitarbeiter in den unterschiedlichen Arbeitskreisen ihre Zeit zum Wohl und Nutzen der anderen geopfert haben.
Dank gilt auch der unermüdlichen Arbeit der Geschäftsstelle, wo Frau Schworm seit 1999 wirkt.
Im Rahmen der Ordentlichen Mitgliederversammlung werden wir noch einmal intensiv zurückblicken und allen ein Ständchen bringen.

Nachlese
Virtuelle Veranstaltung der Akademie der Wissenschaften Leopoldina gemeinsam mit der Konrad Adenauer Stifung zum Thema 30 Jahre ESchG am 22. ­April 2021
Die wirklich gelungene Veranstaltung, die der Vielschichtigkeit des Themas und dem Anspruch an alle „Player“, die an einer Veränderung des Gesetzes beteiligt sein müssen, wird als Mitschnitt zur Verfügung stehen. Wir werden über den Rundbrief des BRZ die Veröffentlichung verbreiten. Das Datum lag bei Druck­legung noch nicht vor.

Abrechnungsseminar des BRZ am 30. April 2021
Mehr als 100 Teilnehmer aus allen Kinderwunschzentren haben an dem dreistündigen Seminar teilgenommen. Ihre vorher eingereichten Fragen und die Antworten, die RA Holger Eberlein geliefert hat, lagen bereits zum Seminar ­allen Teilnehmern zum Herunterladen vor und werden ein hervorragendes Nachschlagewerk sein.
Ganz sicher ist, dass nach Einführung der neuen GOÄ – wenn sie denn nun in der nächsten Legislaturperiode auch wirklich in Kraft treten kann – erneut ein Seminar angeboten werden wird.
An dieser Stelle sprechen wir den Referenten, Rechtsanwalt Holger Eberlein und PD Dr. Ulrich A. Knuth, und der BRZ-Geschäftsstelle für die Vorbereitung noch einmal herzlichen Dank aus.

Korrespondenzadresse:
Monika Uszkoreit
E-Mail: uszkoreit@repromed.de

Gesellschaftsmitteilungen – DGGEF
Rote Hand Brief zur Anwendung von 5 mg Ulipristalacetat vom 1.2.2021
Hintergrund
Ulipristalacetat ist ein oral wirksamer, synthetischer, selektiver Progesteronrezeptor-Modulator (SPRM), welcher einen direkten Effekt auf das Endometrium und die Myome ausu?bt. Die Substanz wird auch zur Notfall-Kontrazeption eingesetzt (Ellaone®) [1].
Ulipristalacetat wurde am 23.12.2012 zugelassen – anfänglich nur fu?r die präoperative Behandlung von mittleren bis schweren Symptomen von Gebärmuttermyomen bei erwachsenen Frauen im gebärfähigen Alter, später auch fu?r wiederholte Zyklen ohne geplante operative Behandlung.
Bereits im Mai 2018 wurde der Einsatz von Ulipristalacetat wegen 3 Fällen von schweren Leberschäden mit notwendiger Lebertransplantation u?berpru?ft und die Indikationen eingeschränkt. Nach wei­teren 2 Fällen wurde die Anwendung durch den Rote Hand Brief vom 1.2.2021 unter folgenden Beschränkungen zugelassen:
„Die Anwendung von Ulipristalacetat darf nunmehr nur noch in Betracht gezogen werden fu?r die Intervalltherapie mittlerer bis starker Symptome durch Gebärmuttermyome bei Frauen, die die Menopause noch nicht erreicht haben und bei denen eine Embolisation von Gebärmuttermyomen und ein chirurgischer Eingriff nicht geeignet oder fehlgeschlagen sind. Der Arzt muss mit den Patientinnen die Risiken und Vorteile aller verfu?gbaren Behandlungsoptionen besprechen, damit die Patientinnen eine fundierte Entscheidung treffen können. Die Risiken von Ulipristalacetat 5 mg sollten den Patientinnen ausfu?hrlich erklärt werden, insbesondere das Risiko einer Leberschädigung, die in seltenen Fällen zu einer Lebertransplantation fu?hren könnte. Die Patientinnen sollten u?ber mögliche Anzeichen und Symptome einer Leberschädigung informiert und dazu aufgefordert werden, die Behandlung abzubrechen und unverzu?glich ­ihren Arzt aufzusuchen, wenn sie derartige Symptome feststellen.“
Kommentar
Ohne Zweifel stellt ein symptomatischer Uterus myomatosus ein sowohl häufiges als auch fu?r die betroffene Frau teilweise sehr belastendes Problem dar, welches aufgrund zahlreicher Alternativen heute deutlich seltener eine Hysterektomie als operative Therapie erfordert [2, 3]. Zu diesen Alternativen zählte u?ber mehrere Jahre auch das Ulipristalacetat, welches sich insbesondere durch ein schnelles Sistieren einer bestehenden Hypermenor­rhoe auszeichnet. Nach bereits durchschnittlich 7 Tagen der Einnahme wurde 2012 in der Zulassungsstudie eine Amenorrhoe erreicht [4].
Bis zum 29.2.2020 wurden insgesamt 960.414 Patientinnen mit Ulipristalacetat behandelt. Darunter trat bei insgesamt 5 Patientinnen ein Leberversagen mit notwendiger Lebertransplantation auf. Dies entspricht einer Inzidenz von 0,52 auf 100.000 behandelte Patientinnen. Tabelle 1 listet die Charakteristika dieser 5 Frauen auf.
Auffallend sind hierbei das Alter der Frauen (45–58 Jahre) und die Behandlungsdauer (26–180 Tage). Zudem traten Symptome des Leberversagens zwischen 26 und 200 Tage nach Behandlungsbeginn auf. Inwieweit die Inzidenz von 0,52 Fällen mit notwendiger Lebertransplantation auf 100.000 mit Ulipristalacetat behandelten Patientinnen tatsächlich mit der allgemeinen Hintergrundinzidenz von Tod/Transplantation durch Leberschaden von 0,55 Fällen pro 100.000 Einwohner vergleichbar ist, kann nicht eindeutig bestimmt werden [6].
Prinzipiell ist jede wirksame Therapie mit einer bestimmten Nebenwirkungsrate verbunden, was z. B. auch fu?r die operative Behandlung bei Uterus myomatosus zutrifft [7]. Teilweise werden im Vergleich zu der Inzidenz von Lebertransplantationen nach Ulipristalacetat etwa 10-fach höhere Komplikationsraten nach Hysterektomie berichtet: „Mortality rates were 0.26 %, 0.09 %, 0.07 % and 0.05 % for subtotal, total abdominal, laparoscopic, and vaginal hysterectomies, respectively.” [8]. Noch häufiger sind psychische Nebenwirkungen und persistierende Beschwerden nach Entfernung der Gebärmutter [9].
Insofern mu?ssen die Chancen und Risiken sämtlicher konservativer und operativer Maßnahmen mit den betroffenen Frauen eingehend diskutiert werden. Es ist zu erwarten, dass zuku?nftig mit Relugolix – einem oralen GnRH-Antagonisten kombiniert mit 1 mg Estradiol [E2] und 0,5 mg NETA als „add back“ – eine gleichzeitig sehr wirksame und nebenwirkungsarme Therapie fu?r Frauen mit symptomatischem Uterus myomatosus zur Verfu?gung stehen wird [10].
Fazit
Ulipristalacetat kann unter den im Rote Hand Brief vom 1.2.2021 formulierten Einschränkungen wiedereingesetzt werden und ergänzt damit die therapeutischen Möglichkeiten bei symptomatischem Uterus myomatosus. Vorteilhaft hierbei ist das Erreichen einer Amenorrhoe meist innerhalb einer Woche. Allgemeines Ziel ist eine fu?r die individuelle Situation optimal angepasste Behandlung unter Beru?cksichtigung aller möglichen Komplikationen und Nebenwirkungen.
Literatur:
1. Raymond EG, Cleland K. Clinical practice. Emergency contraception. N Engl J Med 2015; 372: 1342–8.
2. Agic A, Ku?pker W. Minimal invasive Chirurgie des Uterus myomatosus – Möglichkeiten und Risiken. Gynäkologe 2019; 52: 258–63.
3. Wallwiener M. Medikamentöse konservative Therapie des Uterus myomatosus. Gynäkologe 2019; 52: 280–7.
4. Donnez J, Tomaszewski J, et al., PEARL II Study Group. Ulipristal acetate versus leuprolide acetate for uterine fibroids. N Engl J Med 2012; 366: 421–32.
5. Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP); Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC), Ulipristal acetate 5 mg. 12. 11. 2020 EMA/524073/2020; https://www.ema.europa.eu/en/documents/referral/ulipristal-acetate-5mg-medicinal-products-article-31-referral-chmp-scientific-conclusions-prac_en.pdf (zuletzt gesehen: 23.3.2021).
6. Ibáñez L, Pérez E, et al. Grup d‘Estudi Multicènteric d‘Hepatotoxicitat Aguda de Barcelona (GEMHAB). Prospective surveillance of acute serious liver disease unrelated to infectious, obstructive, or metabolic diseases: epidemiological and clinical features, and exposure to drugs. J Hepatol 2002; 37: 592–600.
7. Louie M, Strassle PD, Moulder JK et al. Uterine weight and complications after abdominal, laparoscopic, and vaginal hysterectomy. Am J Obstet Gynecol 2018; 219: 480.e1–480.e8
8. Augusto KL, Brilhante AVM, Modesto GCD, et al. Costs and mortality rates of surgical approaches to hysterectomy in Brazil. Rev Saude Publica 2018; 52: 25.
9. Brunes M, Häbel H, Altman D, Ek M. Risk-factors for continuous long-term use of prescription opioid drugs 3 years after hysterectomy: A nationwide cohort study. Acta Obstet Gynecol Scand 2020; 99: 1057–63.
10. Venturella R, Al-Hendy A, Lukes AS, et al. Relugolix combination therapy significantly reduced menstrual blood loss with first treatment cycle in women with heavy menstrual bleeding associated with uterine fibroids: results from the liberty phase 3 program. Fertil Steril 2020; 114: e85.

Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. med. Matthias Korell
Chefarzt der Frauenklinik im Johanna Etienne-Krankenhaus
Am Hasenberg 42, 41462 Neuss
E-Mail: m.wirtz@ak-neuss.de
Geschäftsstelle:
Anne Becker, c/o SoftconsuLt
Weißdornweg 17, 35041 Marburg
E-Mail: info@dggef.de

Gesellschaftsmitteilungen – Deutsches IVF-Register e.V. (D·I·R)®
Außerordentliche Mitgliederversammlung am 30.04.2021
Am 30.04.2021 fand eine virtuelle außerordentliche D·I·R-Mitgliederversammlung unter der Leitung der Vorstandsvorsitzenden Frau Dr. med. Ute Czeromin statt. D·I·R-Vorstand und D·I·R-Kuratorium sahen spezifische Veranlassungen, die Satzung des Deutsches IVF-Register e.V. (D·I·R)® zu überarbeiten und nahmen aus diesem Anlass die Gelegenheit wahr, die Satzung ganzheitlich zu prüfen.
Anlass und Schwerpunkt dieser außerordentlichen D·I·R-Mitgliederversammlung mit 114 angemeldeten Teilnehmern bei 95 Stimmrechten waren somit diese Aktualisierungen der D·I·R-Satzung. Es erfolgten 10 verschiedene Abstimmungen unter Aufsicht von Rechtsanwalt Holger Eberlein. Alle Abstimmungen erhielten deutlich mehrheitliche Zustimmungen, sieben Abstimmungen erhielten die für Satzungsänderungen mindestens erforderliche ¾ Mehrheit.
Darüber hinaus wurde über den Status der Datenexporte für das kommende D·I·R-Jahrbuch berichtet (aktuell könnten 129 Zentren eingeschlossen werden, an zusätzlichen Zentren/Exporten wird noch gearbeitet), über den Status des Lizenzvertrags Nutzung der D·I·R-Technologien zwischen dem D·I·R und der Fa. CRITEX und den wichtigen Terminen im Jahr 2021 berichtet.
Präsentation und Protokoll werden zeitnah versendet und stehen dann auch im Mitgliederbereich des D·I·R unter https://www.deutsches-ivf-register.de/mitgliederbereich.php zur Verfügung.
Workshop Vorbereitungen D·I·R-Jahrbuch 2020
Unter coronakonformen Bedingungen (Genesene, Geimpfte, ­Schnellgetestete, Abstand, Maske) fand ebenfalls am 30.04.2021 ein ganztägiger Workshop im UniKiD in Düsseldorf zur Vorbereitung des diesjährigen D·I·R-Jahrbuchs statt. Aus sehr intensiver Arbeit ergab sich ein hervorragender Fahrplan, der wieder ein entsprechendes D·I·R-Jahrbuch erwarten lässt, auf das sich alle sehr erwartungsvoll freuen können!
D·I·R-Vorstand und D·I·R-Kuratorium waren vollständig anwesend. Dementsprechend der besondere Dank der D·I·R-Geschäftsstelle/dem D·I·R-Datenmanagement an Frau Dr. med. Ute Czeromin, Frau Dipl.-Biol. ­Verona ­Blumenauer, Frau Dr. med. Sylvia ­Bartnitzky, Herrn Dr. med. Daniel Fehr, Herrn Prof. Dr. med. Jan-Steffen Krüssel als Gastgeber, Herrn Prof. Dr. med. ­Markus S. Kupka, Herrn Dr. med. ­Andreas Tandler-­Schneider und besonders an die Herren Dr. med. Christoph Grewe und Dr. med. Sascha Tauchert, die durch An-/Abreise, Workshop und Mitgliederversammlung einen 18-Stunden-Tag für das D·I·R absolvierten.
Wichtige Termine 2021
Im Rahmen des (virtuellen) DVR 2021:
- D·I·R-Session am Freitag, dem 01.10.2021 von 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr.
- Vorstellung des D·I·R-Jahrbuchs 2020 am Samstag, dem 02.10.2021 von 13:30 Uhr bis 15:00 Uhr.
Ordentliche Mitgliederversammlung des Deutsches IVF-Register e.V. (D·I·R)® am Freitag Spätnachmittag/Abend des 08.10.2021. Dies ist der Vorabend der ordentlichen Mitgliederversammlung des BRZ am 09.10.2021. Beide Veranstaltungen sind in Berlin geplant und alle hoffen, dass Präsenzveranstaltungen dann wieder möglich sein werden.
Korrespondenzadresse:
Markus Kimmel
Deutsches IVF-Register e.V. (D·I·R)®
Geschäftsstelle und Koordination Datenmanagement
E-Mail: geschaeftsstelle@deutsches-ivf-register.de

Gesellschaftsmitteilungen – DGRM
Liebe Mitglieder der AG ÄRE der DGRM,
anbei finden Sie das diesjährige Programm zum 17. ÄRE-Wochenende vom 11. bis 13.06.2021 in Weimar.
Ihre verbindliche Anmeldung wird erbeten bis 04.06.2021. Diese schicken Sie bitte per Fax oder E-Mail an die DGRM Geschäftsstelle. Eine Anmeldebestätigung erhalten Sie umgehend.
Ein Zimmerkontingent ist bis zum 30.04.2021 unter dem Stichwort „ÄRE“ wie gewohnt im Hotel Anna Amalia für Sie eingerichtet:
Hotel Anna Amalia, Geleitstraße 8–12, 99423 Weimar
Fon: 03643-49560
www.hotel-anna-amalia.de
Selbstverständlich wird während der gesamten Tagung für die Einhaltung aller geltenden Corona-Schutz-Maßnahmen gesorgt! Das komplette Programm und die Anmeldung sind auf der DGRM-Website https://www.repromedizin.de/ zu finden.
Korrespondenzadresse:
DGRM Geschäftsstelle
Gabriele Wickert
E-Mail: geschaeftsstelle@repromedizin.de
Nachruf
Prof. em. Dr. med. Dr. rer. nat. Henning M. Beier, ehemaliger Direktor des Instituts für Anatomie und Reproduktionsbiologie und Dekan der RWTH, ist im 81. Lebensjahr verstorben Ein Wegbereiter der Reproduktionsmedizin
Von vielen wird er als einer der wesentlichen Wegbereiter der Reproduktionsmedizin angesehen: Henning Beier ist am 11. April in seinem 81. Lebensjahr verstorben. Am 25.10.1940 in Gudensberg (Hessen) geboren, führte ihn sein Weg zunächst nach Marburg zum Studium der Biologie und Chemie sowie Medizin. Hier promovierte er 1967 als Promotionsstipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes mit Arbeiten an den Behring-Werken zunächst zum Dr. rer. nat. und dann 1971 am Institut für Anatomie der Philipps-Universität Marburg zum Doktor der Medizin. Als wissenschaftlicher Assistent gelangte er dann an das Institut für Anatomie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dort habilitierte er sich 1974 in den Fächern Anatomie und Reproduktionsbiologie und folgte nach Annahme einer Professur für Anatomie und Reproduktionsbiologie an der RWTH Aachen und einer zweijährigen Gastprofessur an den National Institutes of Health (NIH) in North Carolina, USA, im Jahr 1978 dem Ruf auf den ersten Lehrstuhl für Anatomie und Reproduktionsbiologie an einer deutschen Medizinischen Fakultät. Dem Institut in Aachen stand er bis zu seiner Emeritierung 2007 vor, und war in den Jahren 1986–1987 Dekan sowie 1988–1992 Prodekan der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen.
Neben seinen grundlegenden wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Schwerpunkt der frühen Befruchtung und embryo-maternalen Interaktion hat Henning Beier sich Zeit seines Lebens für die Entwicklung der Reproduktionsbiologie und Fortpflanzungsmedizin einschließlich aller dazugehörigen ethischen und rechtlichen Fragen und Problemstellungen eingesetzt. Beginnend mit seiner Tätigkeit als Sondergutachter für die DFG bereits 1970 zur Evaluierung der in den USA neu gegründeten Forschungszentren für Reproduktionsbiologie leitete er im weiteren Verlauf seiner Karriere mehrere nationale Forschungsprojekte und -gruppen unter anderem der DFG aber auch des Bundesministeriums für Forschung und Technologie und fungierte 1972–1985 international als Research Consultant der WHO zu diesem Thema. In seiner Funktion als Mitglied nationaler Ethikkommissionen und Beratungsgremien u. a. für die Bundesärztekammer entwickelte er Empfehlungen, so beispielsweise in den Jahren 2010–11 in einer Arbeitsgruppe der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina – deren Mitglied er seit 1998 war – zu den Auswirkungen einer begrenzten Zulassung der Präimplantationsdiagnostik. Von 1995–1999 war Henning Beier Mitglied der Kommission „Methoden und Richtlinien der Assistierten Reproduktion“ des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer. Seit dem Jahrtausendwechsel rückten die aufkommenden Fragestellungen zur Stammzellforschung zusätzlich in den Fokus, so dass er von 2002–2008 als Mitglied und (stellvertretender) Vorsitzender der Zentralen Ethikkommission für Stammzellforschung der Bundesregierung am Robert-Koch-Institut in Berlin wirkte.
Die Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin trauert um Henning Beier als ihr Ehrenmitglied seit 2007 und Präsident der Gesellschaft (noch unter dem damaligen Namen Deutsche Gesellschaft zum Studium der Fertilität und Sterilität) in den Jahren 1994–1995. In Verbindung mit seiner Person fällt die Gründungsidee und Etablierung der Kloster-Rolduc-Workshops (1996–2006), welche ein besonderes Zeichen für die Nachwuchsförderung und medizinisch-wissenschaftliche Weiterbildung junger Teilnehmer in reizvoller Kongressatmosphäre setzten. In der Tradition dieser Workshops werden seit 2006 die School-Veranstaltungen der DGRM fortgeführt.
In Würdigung seiner Person und Leistungen für die Reproduktionsmedizin werden wir Henning Beier ein ehren­des Andenken bewahren. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie und allen, die ihn als einen überaus geschätzten und inspirierenden Kollegen, Ratgeber und Freund zukünftig vermissen werden.
Prof. Dr. med. Barbara Sonntag und Dr. Georg Döhmen für den Vorstand der DGRM e.V.

 
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