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Gesellschaftsmitteilungen Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2026; 23 (3): 101-113 Volltext (HTML) Gesellschaftsmitteilungen – BRZAnkündigungenBRZ-Herbsttreffen 2026im Anschluss an das XL. Jahrestreffen der deutschen IVF-Zentren in Heidelberg Samstag, 7. November 2026, Beginn 14.00 Uhr Veranstaltungsort: ATLANTIC Hotel Heidelberg, Europaplatz 1, D-69115 Heidelberg, Ballsaal 1, 11. Etage Mehr zum IVF-Jahrestreffen und zum Veranstaltungsort: https://www.ivf-2026.de, https://www.atlantic-hotels.de/hotel-heidelberg/ Ordentliche Mitgliederversammlung des BRZ 20272027 erstmals im April, ABION Hotel Berlin Samstag, 24. April 2027 18. BRZ-Intensivseminar für gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin 21. bis 23. Januar 2027, GLS-Campus, Berlin-Prenzlauer BergAuch in 2027 findet das BRZ-Intensivseminar unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Andreas Tandler-Schneider und Dr. Manja Krause (beide FCB) in Berlin statt: In über 20 Vorträgen und praxisnahen Workshops vermitteln erfahrene Referenten aktuelles Wissen zur Reproduktionsmedizin und gynäkologischen Endokrinologie, angefangen von den Grundlagen bis hin zu komplexen Fällen. Die Workshops sind sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Außerdem ist der Besuch in einem IVF-Zentrum möglich, um die Abläufe vor Ort kennen zu lernen. Weitere Informationen zu Programm, Anmeldung und Ablauf finden Sie auf der BRZ-Webseite www.repromed.de. Interessierte können sich bereits jetzt per E-Mail an brz@repromed.de unverbindlich vormerken lassen. Korrespondenzadresse: Janine Horstkamp E-Mail: horstkamp@repromed.de Gesellschaftsmitteilungen – DGGEFDie FertiTOX-Studie – eine Studie zur Verifizierung der gonadalen Toxizität onkologischer Therapien zum Schutze der Betroffenen vor einer Über- oder UntertherapieA. Germeyer, N. Sänger Seit nunmehr 20 Jahren ist das Thema Fertilitätserhalt fest in die klinische Routine vor allem onkologischer Schwerpunktgebiete verankert. Sowohl das (Langzeit-) Überleben als auch gonadotoxische Therapieregime haben sich im Laufe dieser Zeit erheblich verändert. Doch kennen wir wirklich das individuelle Risiko der ovariellen oder testikulären Einschränkung, v.a. auch unter Anwendung neuerer Methoden? Für eine optimale patientenfokussierte Beratung zu fertilitätsprotektiven Maßnahmen bedarf es eben dieser Informationen, weshalb eine eigens hierfür initiierte FertiTOX-Studie Daten sammelt. Onkologische Behandlungen haben im letzten Jahrzehnt einen großen Wandel durchlaufen. Während z. B. für das aggressive Hodgkin-Lymphom früher BEACOPP-eskaliert mit gravierender Schädigung der Gonaden als Standard galt, wird mittlerweile häufiger das BrECADD- Protokoll angewendet, von welchem ein deutlich geringerer Schaden an den Gonaden erwartet wird. Darüber hinaus beinhalten heutige onkologischen Therapien nicht nur die Chemo- und Strahlentherapie, sondern auch zielgerichtete Therapien mit Antikörpern, miRNA sowie Immuntherapien u.v.a.m. Diese Therapien können Grunderkrankungen behandeln, beeinflussen jedoch womöglich auch die Gonadenfunktion und somit die spätere Fertilität der Patientinnen und Patienten. Fertilitätserhaltende Maßnahmen wie das Einfrieren von Gameten und Gonadengewebe können in diesen Fällen erforderlich sein. Obwohl mehrere nationale und internationale Leitlinien eine Fertilitätsberatung vor gonadotoxischen Therapien fordern, sind die Daten zur Gonadotoxizität der zahlreichen onkologischen Behandlungsregime nach wie vor sehr begrenzt und stellenweise gar veraltet. Insbesondere bei den neueren Therapien fehlen bis dato humane Daten, so dass es unmöglich erscheint, das gonadotoxische Potential realistisch einzuschätzen zu können. Das Risiko der Unter- oder Überbehandlung mit fertilitätserhaltenden Maßnahmen ist daher real und kann die Lebensqualität der Patienten nach einer onkologischen Erkrankung erheblich beeinflussen. Eine Verifizierung der tatsächlichen gonadotoxischen Beeinträchtigung ist somit von erheblicher Bedeutung – auch um bisherige Annahmen entweder zu untermauern – oder gar zu widerlegen. Die StudieIm Rahmen der FertiTOX-Studie haben sich zahlreiche Mitgliedszentren des FertiPROTEKT-Netzwerkes aus dem deutschsprachigen Raum (aus Deutschland, der Schweiz und Österreich) zusammengeschlossen und wollen diese Wissenslücke jetzt durch die prospektive Erfassung der Gonadenfunktion der Frau und erstmals auch des Mannes unter und nach derzeit vorhandenen onkologischen Therapien schließen. Die laufende Studie [1], welche eine Nachsorge nach 1, 5, und 10 Jahren der Patienten geplant hat, wird unter anderem unterstützt von der Deutschen Krebshilfe, sowie der Schweizer Krebsliga. Seit Beginn der Studie sind bereits 1700 Patienten eingeschlossen und ca. 130 Patienten nachuntersucht worden. Ziel der Studie ist es, langfristig analog zu www.embryotox.de eine Webseite zu erstellen, durch welche alle Fachärztinnen und Fachärzte, aber auch Betroffene selbst das gonadotoxische Potenzial einer Therapie rasch nachvollziehen können. Sollten Sie bereits jetzt Interesse haben, mehr über das derzeit bekannte gonadotoxische Potential der älteren Therapien zu erfahren oder auch Ihre Patienten in der FertiTOX-Studie einschließen wollen, finden Sie die Ansprechpartner, ebenso wie die Reviews und Metaanalyse auf der Homepage: www.fertitox.com Warum diese Studie?Datenlücken schließen: Detaillierte Daten zur Notwendigkeit fertilitätserhaltender Behandlungen fehlen weitgehend. Unklare Gonadotoxizität neuerer onkologischer Therapien – humane Daten fehlen. Systematische Datenerhebung über ein Netzwerk in Deutschland, der Schweiz und Österreich ist geplant. StudienzielePrimäres Ziel: Analyse der Auswirkungen von Krebstherapien und Chemotherapien auf die Ovarialreserve (AMH) bei Frauen und die Spermienqualität bei Männern Sekundäre Ziele: Analyse weiterer Fertilitätsparameter: FSH, LH, Estradiol, Testosteron, Spermienmotilität sowie Sinnhaftigkeit fertilitätserhaltender Maßnahmen je nach Krebsart und Therapieprotokoll. Ein langfristiges Ziel ist letztlich die Zusammenführung aller Daten auf der internetbasierten Plattform FertiTOX. Die Daten sollen nach der ICD-Klassifikation strukturiert und prospektiv über eine App für Studiendesigns und klinische Anwendungen zugänglich gemacht werden. Einschlusskriterien:Frauen und Männer im Alter von 14–50 Jahren (18–50 Jahre in Deutschland) mit geplanter Chemotherapie, Strahlentherapie oder zielgerichteter Therapie/Immuntherapie. Die Studie ist registriert bei ClinicalTrials.gov NCT05885048 IRRID: DERR1 10.2196/51145 und erfordert bei Zentrumsteilnahme ein Ethikvotum. Die DGGEF unterstützt das Studienvorhaben bereits durch viele eigene Mitglieder. Sollten Sie Interesse haben, Patientinnen und Patienten mit einschließen zu lassen, so melden Sie sich gerne jederzeit über unsere Geschäftsstelle, die Geschäftsstelle von FertiPROTEKT e.V. oder über Mitglieder des wissenschaftlichen Bordes von FertiTOX (www.fertitox.com). Literatur: 1. von Wolff M, Germeyer A, Böttcher B, Magaton IM, Marcu I, Pape J, Sänger N, Nordhoff V, Roumet M, Weidlinger S. Evaluation of the gonadotoxicity of cancer therapies to improve counseling of patients about fertility and fertility preservation measures: protocol for a retrospective systematic data analysis and a prospective cohort study. JMIR Res Protoc 2024; 13: e51145. Korrespondenzadresse: Prof. Dr. med. Ariane Germeyer Abt. Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen Universitäts-Frauenklinik Heidelberg D-69120 Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 440 E-Mail: ariane.germeyer@med.uni-heidelberg.de Prof. Dr. med. Nicole Sänger Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin VenusKind am UKB Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe-Universitätsklinikum Bonn D-53127 Bonn, Venusberg Campus 1, Gebäude 31 E-Mail: nicole.saenger@ukbonn.de Gesellschaftsmitteilungen – DGRM e. V.Rückblick DGRM School: Künstliche Intelligenz in der IVFDie technologische Entwicklung bricht derzeit alle Rekorde und künstliche Intelligenz hält in rasantem Tempo Einzug in unseren Alltag. Passend zu dieser enormen Dynamik widmete sich die DGRM School im Mai dem hochaktuellen Schwerpunktthema „Künstliche Intelligenz in der IVF“. Den Auftakt gestaltete Prof. Dr. Volker Ziller mit einer spannenden Zeitreise von den Anfängen der KI bis in die Gegenwart. Er führte die Teilnehmenden hinter die Kulissen der Technologie und erklärte praxisnah, wie KI-Systeme trainiert werden, welchen konkreten Nutzen wir aus ihnen ziehen können, aber auch, welche Risiken die Technologie birgt. Im zweiten Teil des Webinars verlagerte Dr. Josef Lehner den Fokus direkt in die Laborpraxis. Er beleuchtete, wie KI die Labormitarbeiter schon heute effektiv unterstützen kann und wo die Unterschiede bei der Bewertung von Embryonen mittels Deep Learning oder Machine Learning liegen. Zudem thematisierte er das Phänomen der sogenannten „Blackbox“ sowie die zentrale Rolle der Ethik beim Einsatz von KI im IVF-Labor. Die anschließende Diskussion drehte sich unter anderem um die Frage, ob Mitarbeiter künftig durch KI ersetzt werden könnten. Das gemeinsame Fazit des Abends verdeutlichte jedoch, dass die Technologie zwar ein mächtiges Assistenzwerkzeug ist, die menschliche Expertise und Empathie in der IVF jedoch unersetzbar bleiben. Dr. rer. nat. Josef Lehner Ankündigungen der nächsten DGRM-Veranstaltungen / Save The DatesReproFacts, 17.07.2026, Frankfurt Netzwerktreffen Reproduktion der AG Implantation Plazentation der DGRM und des AK Reproduktionsimmunologie der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, 21.–22.09.2026, Regensburg XXIII. INTENSIVKURS NRW, 25.–26.09.2026, Köln DGRM-School „Einfluss von chronischen Erkrankungen und/oder Medikamenten auf die Fertilität“, 30.09.2026, online Curriculare Fortbildung Assistenz in der Reproduktionsmedizin 2026: Webinar (50 UE) 25. Treffen des Arbeitskreises Molekularbiologie (Molbiol) der DGRM, 12.–13.10.2026, Erfurt DFG-geförderte Nachwuchsakademie FertilAge, 16.–18.11.2026, Münster IFFS 26th World Congress 2027, 18.–21.04.2027, Brisbane, Australia Ankündigung XL. Jahrestreffen der deutschen IVF-Zentren, 06.–07.11.2026, HeidelbergSehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, gerne möchten wir Sie auf den kommenden IVF-Kongress in Heidelberg am 6. und 7. November 2026 aufmerksam machen. Es erwartet Sie ein vielseitiges und hochaktuelles Programm, das zentrale Themen der modernen Reproduktionsmedizin umfassend beleuchtet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Kinderwunschbereich – von diagnostischen Möglichkeiten bis hin zu ihrer Integration in klinische Entscheidungsprozesse. Darüber hinaus werden Stimulationsprotokolle für schwierige klinische Situationen praxisnah diskutiert sowie die Evidenzlage zu Additiva in der Kinderwunschbehandlung kritisch aufgearbeitet – sowohl zur Beratung der Patientinnen und Patienten als auch im Kontext des IVF-Labors. Im Laborbereich stehen unter anderem moderne Verfahren der Spermienselektion und -gewinnung (z. B. PICSI, Zymot) im Fokus. Ergänzend werden zusätzliche Substanzen zur Embryokultur, wie Hyaluronsäure oder Kalzium-Ionophore u.v.m., hinsichtlich ihres klinischen Nutzens diskutiert. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt ist die Auseinandersetzung mit dem klinischen Einfluss von Sectionarben (Dehiszenzen) sowie die kritische Bewertung der Operationsindikationen im Kinderwunschkontext. Praxisrelevant sind zudem Beiträge zur Beurteilung des Kinderwunsches bei transidenten Personen sowie zur Kryokonservierung von Eizellen bei nicht-onkologischer Indikation. Den inhaltlichen Abschluss bildet ein Blick auf die Wirtschaftlichkeit von IVF-Zentren im Kontext des demographischen Wandels – ein Thema von wachsender Bedeutung für die Zukunft unseres Fachgebiets. Im Rahmen dieses spannenden Kongresses finden zudem wieder zahlreiche Sitzungen der Arbeitsgemeinschaften von Reproduktionsmedizinerinnen und -medizinern und Reproduktionsbiologinnen und -biologen statt. Besonders möchten wir in diesem Zusammenhang auf die URZ-Sitzung hinweisen und laden hierzu alle universitären Zentren herzlich ein. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und einen inspirierenden fachlichen Austausch in Heidelberg! Mit freundlichen Grüßen Ihr Organisationsteam Weitere Informationen – auch gerne zu einer DGRM-Mitgliedschaft – erhalten Sie von: DGRM e.V., Geschäftsstelle Weißdornweg 17, D-35041 Marburg/Lahn, Tel +49 (0) 64 20 93 444 E-Mail: geschaeftsstelle@repromedizin.de, www.repromedizin.de Gesellschaftsmitteilungen – Deutsches IVF-Register e.V. (D·I·R)®Gesellschaftsmitteilungen Deutsches IVF-Register e.V. (D·I·R)®Das D·I·R® auf dem XL. Jahrestreffen der Deutschen IVF-Zentren: Ordentliche D·I·R®-Mitgliederversammlung 2026, Präsentation D·I·R®-Jahrbuch 2025 Wir freuen uns auf das XL. Jahrestreffen der deutschen IVF-Zentren, das unter dem Motto „Tradition + Innovation“ vom 6. bis 7.11.26 in Heidelberg stattfinden wird. Das D·I·R® wird mit zwei Aktivitäten dort vertreten und aktiv sein:
Freuen Sie sich auf wieder spannende D·I·R®-Sonderauswertungen. Zum Beispiel:
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie beide Termine des D·I·R® bereits jetzt in Ihren Kalender für das XL. Jahrestreffen der deutschen IVF-Zentren aufnehmen würden! Zentrumsindividuelle D·I·R®-Sonderauswertung „Ideale Patientin“Für die Jahre 2022 bis zum vollständigen Jahr 2025 (mit Ausnahme der Schwangerschaftsausgänge 2025) wurde am 10. Juli 2026 das Zentrumsprofil im nationalen Benchmark für die zentrumsindividuelle D·I·R®-Sonderauswertung „Ideale Patientin“ generiert und versendet (Abb. 1 bis 3). Welchen Nutzen im Vergleich zum „normalen“ Zentrumsprofil im nationalen Vergleich bietet diese Sonderauswertung? Viele Zentren haben im Vergleich untereinander sehr heterogene Patientinnen. Mit der Eingrenzung auf die „Ideale Patientin“ harmonisieren wir diese Vergleichbarkeit ein gutes Stück weit. Mit dieser besseren Vergleichbarkeit anhand Ihrer jeweiligen Positionen im nationalen Ranking oder den Perzentilen können mögliche Verbesserungspotentiale noch klarer detektiert werden. Wie ist die „Ideale Patientin“ im D·I·R® definiert? Es werden ausschließlich Behandlungen von Paaren mit einem Alter der Frau von 35 Jahren und jünger mit 8 oder mehr gewonnenen Eizellen und 5 oder mehr 2PN-Stadien im ersten IVF- oder ICSI-Zyklus mit aus orthograder Ejakulation gewonnenen Spermien ausgewertet. Die zentrumsindividuellen D·I·R®-Standard- oder Sonderauswertungen können jederzeit generiert und per Mail versendet werden. Sprechen Sie dazu gerne Markus Kimmel (D·I·R®-Geschäftsstelle und Datenmanagement) an. Korrespondenzadresse: Markus Kimmel Deutsches IVF-Register e.V. (D·I·R) ® Leitung Geschäftsstelle und Datenmanagement |
