PORPUS: Ein kurzer, alltagstauglicher und valider Lebensqualitätsfragebogen zur Erfassung prostataspezifischer Symptome
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2011; 18 (3) (Ausgabe für Österreich): 5-10
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2011; 18 (3) (Ausgabe für Schweiz): 5-10
Volltext (PDF) Summary Praxisrelevanz Abbildungen
Keywords: erektile Dysfunktion, Onkologie, Prostata, Urologie, Validität, Veränderungssensitivität
Einleitung: Bis Sommer 2009 existierte im deutschen Sprachraum zur Erfassung der prostataspezifischen Lebensqualität bei Patienten mit Prostatakarzinom (PCa) nur ein validiertes Messinstrument (PSM; seit Sommer 2009 auch EORTC QLQ-PR25). Nach einer Übersetzung der englischen Version des PORPUS sollten die psychometrischen Eigenschaften der deutschen Version getestet werden. Material und Methoden: Veränderungssensitivität und Validität wurden anhand von Daten aus der San-BKK- (Allgemeinbevölkerung; ein Messzeitpunkt [MZP]), der CHEDY- (Männer mit erektiler Dysfunktion; ein MZP) und der ProCaSP-Studie (Männer mit lokal begrenztem PCa; 5 MZP) überprüft. In allen Studien war die Lebensqualität die primäre Zielgröße. Zur Messung wurden u. a. der EORTC QLQC30, der EQ-5D sowie der PORPUS-P eingesetzt. Ergebnisse: 988 Männer der Allgemeinbevölkerung (mittleres Alter 56 Jahre), 87 PCa-Patienten mit Radiotherapie (67 Jahre), 274 PCa-Patienten mit radikaler Prostatektomie (63 Jahre) und 48 Männer mit erektiler Dysfunktion (58 Jahre) bilden die Datenbasis. Korrelationen der LQ-Skalen zeigen eine gute Konvergenzvalidität an (PORPUS-P vs. EORTC QLQ-C30 global health, EQ-5D VAS und Indexwert; Spannweite rs = 0,518– 0,630; je p < 0,001). Außerdem diskriminiert PORPUS-P zwischen Altersgruppen, Gesundheitszuständen und Bevölkerungsschichten. Die Veränderungssensitivität wird durch die Antwortverteilung in der Allgemeinbevölkerung und den zeitlichen Verlauf von PORPUS-P-Werten im Kollektiv der PCa-Patienten angezeigt. Im Mittel werden rund 3,5 Minuten zum Ausfüllen des PORPUS (10 Fragen) benötigt. Schlussfolgerungen: Der PORPUS ist ein weiteres valides Instrument zur Erfassung prostataspezifischer Symptome in deutscher Sprache. Der entscheidende Vorteil liegt in der Kürze, die eine gute Patientenakzeptanz und Praxistauglichkeit ermöglicht.
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2011; 18 (3) (Ausgabe für Österreich): 5-10
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2011; 18 (3) (Ausgabe für Schweiz): 5-10
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Keywords: erektile Dysfunktion, Onkologie, Prostata, Urologie, Validität, Veränderungssensitivität
Einleitung: Bis Sommer 2009 existierte im deutschen Sprachraum zur Erfassung der prostataspezifischen Lebensqualität bei Patienten mit Prostatakarzinom (PCa) nur ein validiertes Messinstrument (PSM; seit Sommer 2009 auch EORTC QLQ-PR25). Nach einer Übersetzung der englischen Version des PORPUS sollten die psychometrischen Eigenschaften der deutschen Version getestet werden. Material und Methoden: Veränderungssensitivität und Validität wurden anhand von Daten aus der San-BKK- (Allgemeinbevölkerung; ein Messzeitpunkt [MZP]), der CHEDY- (Männer mit erektiler Dysfunktion; ein MZP) und der ProCaSP-Studie (Männer mit lokal begrenztem PCa; 5 MZP) überprüft. In allen Studien war die Lebensqualität die primäre Zielgröße. Zur Messung wurden u. a. der EORTC QLQC30, der EQ-5D sowie der PORPUS-P eingesetzt. Ergebnisse: 988 Männer der Allgemeinbevölkerung (mittleres Alter 56 Jahre), 87 PCa-Patienten mit Radiotherapie (67 Jahre), 274 PCa-Patienten mit radikaler Prostatektomie (63 Jahre) und 48 Männer mit erektiler Dysfunktion (58 Jahre) bilden die Datenbasis. Korrelationen der LQ-Skalen zeigen eine gute Konvergenzvalidität an (PORPUS-P vs. EORTC QLQ-C30 global health, EQ-5D VAS und Indexwert; Spannweite rs = 0,518– 0,630; je p < 0,001). Außerdem diskriminiert PORPUS-P zwischen Altersgruppen, Gesundheitszuständen und Bevölkerungsschichten. Die Veränderungssensitivität wird durch die Antwortverteilung in der Allgemeinbevölkerung und den zeitlichen Verlauf von PORPUS-P-Werten im Kollektiv der PCa-Patienten angezeigt. Im Mittel werden rund 3,5 Minuten zum Ausfüllen des PORPUS (10 Fragen) benötigt. Schlussfolgerungen: Der PORPUS ist ein weiteres valides Instrument zur Erfassung prostataspezifischer Symptome in deutscher Sprache. Der entscheidende Vorteil liegt in der Kürze, die eine gute Patientenakzeptanz und Praxistauglichkeit ermöglicht.
