Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2023; 24 (4): 113-120
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Keywords: dekompressive Hemikraniektomie, GCS, Glasgow Coma Scale, Hirndrucküberwachung, Neurochirurgie, Schädel-Hirn-Trauma, SHT, Trauma, brain pressure monitoring, decompressive hemicraniectomy, neurosurgery, TBI, traumatic brain injury
Traumatic Brain Injury (TBI) refers to a range of injury patterns resulting from external force to the skull, potentially causing damage to the bony skull, soft and brain tissue. Such injuries often involve shear and rotational forces leading to brain tissue deformation and cerebrospinal fluid displacement. These forces can result in brain hemorrhage, shear injuries, and impact the bony skull and the underlying central nervous system (CNS) tissue. TBI can impact the facial skull, the skull encasing the brain, and skull base fractures and can be open or closed. Currently, TBI severity is classified into mild, moderate, and severe based on the Glasgow Coma Scale (GCS) applied during initial assessment. Although some research teams incorporate additional parameters, the initial GCS remains the most crucial prognostic factor.
Epidemiologically, the incidence of TBI in Europe is approximately 300 cases per 100,000 inhabitants, with mild TBI being predominant. Recent data from Germany indicates a shift in TBI demographics due to an aging population and falls from low heights surpassing high-velocity traumas as the primary cause. Notably, non-helmeted cyclists have become the largest group in traffic accidents with TBI.
In terms of diagnostics, initial imaging via CT scan is the gold standard upon patient arrival at trauma centers. Depending on the injury type, various intracrania hemorrhages, such as epidural hematoma, acute subdural hematoma, traumatic subarachnoid hemorrhage, and intraparenchymal hemorrhages, can be observed.
In conclusion, TBI is a complex injury with varying degrees of severity and outcomes. Early diagnosis and appropriate management are crucial for improving patient prognosis.
Kurzfassung: Das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist
charakterisiert durch Läsionen, die infolge externer
mechanischer Krafteinwirkung auf den Schädel entstehen
und sowohl knöcherne Strukturen als auch zerebrales Gewebe involvieren. Das SHT wird in leichte, moderate und schwere Formen unterteilt. Die Differenzierung basiert primär auf der Glasgow Coma Scale (GCS), einem Instrument zur Evaluierung des Bewusstseinsgrades und neurologischer Defizite.
Aus epidemiologischer Perspektive manifestiert
sich das SHT in Europa mit einer Inzidenz von etwa 300 pro 100.000 Individuen. In industrialisierten Nationen wurde eine steigende Prävalenz von SHT infolge von Stürzen aus geringer Höhe, insbesondere bei der älteren Bevölkerungsgruppe, beobachtet. Dies korreliert mit der demografischen Alterung in
diesen Regionen. Ein SHT kann zu diversen zerebralen
Läsionen führen. Primäre Schädigungen, etwa intrazerebrale Blutungen, entstehen unmittelbar durch das Trauma. Sekundäre Schäden, hervorgerufen durch Phänomene wie zerebrale Ödeme, resultieren aus der physiologischen Antwort des Organismus auf die initiale Verletzung.
Die etablierte Diagnostik eines SHT basiert überwiegend auf radiologischen Bildgebungsverfahren, wobei die Computertomographie (CT) bevorzugt eingesetzt wird. Die Magnetresonanztomographie
(MRT) kann in der initialen, posttraumatischen Phase zu zeitaufwendig sein. Zur progressiven Überwachung des Verletzungsgrades kann eine wiederholte CT-Untersuchung indiziert sein.
Mehrere Formen intrakranieller Hämatome können als Konsequenz eines SHT auftreten, darunter
Epiduralhämatome, Subduralhämatome und traumatische
Subarachnoidalblutungen, mit jeweils spezifischen Ätiologien, klinischen Manifestationen und therapeutischen Ansätzen. Bei Patienten, die einen erhöhten intrakraniellen Druck nach einem SHT aufweisen, können ein Neuromonitoring und eine
adäquate Intervention erforderlich sein. Methoden zur Kontrolle des intrakraniellen Drucks beinhalten die operative Anwendung einer Hirndrucksonde oder einer externen Ventrikeldrainage. Persistierender erhöhter Hirndruck kann eine chirurgische Intervention, wie die dekompressive Hemikraniektomie, erfordern. Ein SHT erhöht potenziell das Risiko für posttraumatische Epilepsie. Diverse Pharmaka
können zur Anfallsprophylaxe angewandt werden, wobei deren Effektivität in verschiedenen klinischen Studien variabel beurteilt wurde.
Abschließend stellt das SHT eine gravierende Erkrankung dar, die eine akribische Diagnostik und Therapie erfordert. Es kann zu einer Bandbreite
von Komplikationen führen, wobei sich einige unmittelbar
posttraumatisch und andere sekundär manifestieren. Eine rigorose Überwachung und gegebenenfalls Intervention bei SHT-Patienten sind von essentieller Bedeutung.
