Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
 
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Altinbas M
Neue Standards in der Therapie des fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinoms

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2010; 8 (3): 26-31

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Keywords: HCCHepatologieOnkologie

Der Hauptgrund des hepatozellulĂ€ren Karzinoms (HCC) ist die Leberzirrhose (> 80 %). Risikofaktoren fĂŒr die Leberzirrhose sind die primĂ€r virale Hepatitis B oder C, HĂ€mochromatose, alkoholische oder nichtalkoholische Lebererkrankung, Intoxikationen durch Aflatoxine und jede andere Ursache, die zur Leberzirrhose fĂŒhrt. Bei Patienten mit Leberzirrhose im Child-Aund -B-Stadium infolge einer viralen Hepatitis oder Alkoholzirrhose etc. sollten alle 6 Monate routinemĂ€ĂŸige Vorsorgeuntersuchungen mittels Ultraschall durchgefĂŒhrt werden (die Wertigkeit der α-Fetoprotein-Bestimmung ist umstritten). Der Einsatz bildgebender Verfahren wie Sonographie (Ultraschall [US]), bei Schwierigkeiten die Spiral- Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen gibt uns die Möglichkeit, hĂ€ufig eine frĂŒhzeitige Diagnose der HCC zu stellen (die Leberzirrhose erschwert die bildgebende Diagnostik des HCC). Wenn eine LĂ€sion bei diagnostizierten Leberzirrhotikern auftaucht, ist das ausreichend fĂŒr die Diagnose des HCC ohne weitere Diagnostik, auch eine Biopsie ist nicht unbedingt erforderlich (NCCN-Guidelines). Die Wahl der Therapie (Resektion, Lebertransplantation, perkutane ablative Therapie, arterielle Chemoembolisation, systemische Therapie) fĂŒr das HCC richtet sich zum einen nach der Leberfunktion der Patienten und zum anderen nach dem Tumorstadium. Bei Diagnosestellung sind höchstens 20 % der hepatozellulĂ€ren Karzinome kurativ resektabel, aus diesem Grund sind andere kurative Therapieoptionen sehr wichtig. FĂŒr die fortgeschrittenen Tumoren der Leber haben die neu entwickelten systemischen Therapien eine zunehmend große Bedeutung. Die zielgerichtete onkologische Therapie stellt eine gute Option fĂŒr das HCC dar, weil diese besser vertrĂ€glich ist. Hierbei soll das primĂ€re Therapieziel die VerlĂ€ngerung des progressionsfreien Überlebens und des GesamtĂŒberlebens bei guter LebensqualitĂ€t der Patienten sein. Die SHARP-Studie ist die erste große Phase- III-Studie, die eine signifikante Verbesserung des Überlebens von Patienten mit HCC durch eine systemische Therapie zeigen konnte. Die Ergebnisse der SHARP-Studie fĂŒhrten zur Zulassung von Sorafenib in der systemischen Therapie des fortgeschrittenen HCC, zuerst in der EU, dann auch in den USA und inzwischen noch in vielen anderen LĂ€ndern weltweit. Die „Pacific- Asia Study“ zeigt uns die verlĂ€ngerte Überlebenszeit mit Sorafenib gegenĂŒber Placebo bei asiatischen Patienten mit HCC.
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