Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
 
Summary
Sampl E et al.
Aufbau eines "Fracture-Liaison"-Dienstes (FLD) in der Steiermark: Erste Erfahrungen

Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen 2011; 18 (1): 13-16

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Abb. 1: Osteoporoseabklärung Abb. 2: Frakturverteilung

Keywords: FrakturMineralstoffwechselOsteoporseTherapie

Die Osteoporose und die damit assoziierten Frakturen stellen ein globales Gesundheitsproblem dar. Trotz zahlreicher prĂ€ventiver Möglichkeiten, die uns heute zur VerfĂŒgung stehen, sind weiterhin große Defizite in der Diagnostik und Therapie der Osteoporose vorhanden. Die meisten Patienten werden nach einer FragilitĂ€tsfraktur nicht weiter osteologisch abgeklĂ€rt. Im Oktober 2009 begann in der Steiermark die Implementierung des „Fracture-Liaison“- Dienstes (FLD) an 4 unfallchirurgischen Abteilungen. Ziel dieses Projekts ist es, möglichst alle Patienten ab dem 50. Lebensjahr, welche aufgrund einer „Low-trauma“-Fraktur stationĂ€r behandelt werden, zu erfassen, weitere diagnostische und therapeutische Schritte einzuleiten und somit auch das Risiko fĂŒr Folgefrakturen zu reduzieren. In den ersten 6 Monaten wurden 404 Patienten erfasst. Nur 15 % hatten zum Zeitpunkt der Fraktur eine osteoprotektive Therapie, obwohl 52 % bereits zumindest eine prĂ€valente osteoporotische Fraktur aufwiesen. Lediglich 59 Patienten (15 %) hatten einen normalen 25- Hydroxyvitamin-D-Serumspiegel von > 30 ng/mL, wobei 37 Patienten (62 %) davon vorsubstituiert waren. Diese ersten Auswertungen zeigen die eklatante Unterversorgung in diesem Patientenkollektiv, welche in Kombination mit der pandemisch vorliegenden Vitamin-D-Defizienz die hohe Dringlichkeit eines interdisziplinĂ€ren Managements ĂŒber die chirurgische Versorgung hinaus unterstreicht.
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