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Eibischblatt, Eibischwurzel
Eibischblatt, Eibischwurzel

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Wirkungen:
reizlindernd (Atemwege)
schleimhautprotektiv

Indikationen:
Magenschleimhautentzündungen
Reizhusten

Inhaltsstoffe:
Polysaccharide

Lateinische Bezeichnung(en):
Althaea officinalis L.

Stammpflanze:
Althaea officinalis L. (Malvaceae)

Inhaltsstoffe:
Schleimstoffe:
Blätter: 6-9 % (höchster Gehalt in Blättern, die kurz vor der Blüte geerntet werden), im wesentlichen aus Arabinogalaktanen und Galakturonorhamnanen bestehend.
Wurzeln: bis 20 %, Gemische aus mindestens drei Hauptfraktionen (einer neutralen Glukanfraktion, einer neutralen Arabinogalaktanfraktion, einer sauren Rhamnogalakturonanfraktion). Der Schleimgehalt ist stark saisonabhängig, die höchsten Gehalte werden im Spätherbst erreicht, im Frühjahr liegt das Minimum vor.
Weitere Inhaltsstoffe:
Blätter: Spuren ätherischen Öls, Stärke und Pektine.
Wurzeln: kleine Mengen an Sterolen, große Mengen an Stärke, Rohrzucker und Invertzucker, Pektine.

Verwendeter Pflanzenteil:
Laubblätter (Folium Althaeae); geschälte Wurzeln (Althaeae radix).

Offizinell:
Folium Althaeae: Quellungszahl mind. 12.
Althaeae radix: Quellungszahl mind. 10.
Sirupus Althaeae
Species Althaeae: 55 Teile Eibischblatt, 25 Teile Eibischwurzel, 15 Teile Süßholzwurzel, 5 Teile Malvenblüte.
Species pectorales: Je 10 Teile Malvenblüte, Königskerzenblüte und Thymianblatt, je 20 Teile Eibischblatt und Eibischwurzel, 25 Teile Süßholzwurzel, 5 Teile Anis.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Reizmildernde Wirkung: Durch die einhüllende Wirkung des Schleims werden entzündete Schleimhäute insbesondere im Bereich des Hypopharynx und der Epiglottis vor lokalen Reizungen geschützt, wodurch der Hustenreiz peripher unterdrückt werden kann. Die Adhäsion der Eibischpolysaccharide an Schleimhäute konnte experimentell bewiesen werden. Eibisch ist auch bei Schleimhautentzündungen im Magen-Darm-Bereich wirksam.

Weitere Wirkungen:
Hemmung des mukoziliären Transports: Im Tierversuch konnte mit einem Mazerat von Radix Althaeae eine Hemmung des mukoziliären Transports festgestellt werden.
Immunstimulierende Wirkung: Isolierte Eibisch-Polysaccharide führten im Carbon-Clearance-Test bei der Maus zu einer Steigerung der Phagozytoseaktivität um das 2,2fache.
Hypoglykämische Wirkung: Ein aus Blättern und Wurzeln isoliertes Rhamnogalakturonan senkte den Blutzuckerspiegel bei der Maus bei i.p. Applikation auf 55-90 % des Kontrollwerts.

Unerwünschte Wirkungen:
Keine bekannt.
Die Resorption anderer, gleichzeitig eingenommener Arzneimittel kann verzögert werden.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundener trockener Reizhusten. Zur Reizlinderung bei leichten Entzündungen der Magenschleimhaut.

Empfohlene Dosierung:
Blatt: mittlere Tagesdosis: 5 g Droge (= Berechnungsgrundlage). Die fein geschnittene Droge mit kaltem Wasser ansetzen, mehrmals täglich 1 Tasse trinken.
Wurzel: mittlere Tagesdosis: 6 g Droge (= Berechnungsgrundlage). Die fein zerschnittene Droge wird mit kaltem Wasser angesetzt und ca. 90 Min. unter öfterem Umrühren stehengelassen und dann abgeseiht. Mehrmals täglich 1 Tasse leicht erwärmten, aber frisch zubereiteten Tee trinken.
Eibischsirup: 30 g (= Berechnungsgrundlage).

Da Pflanzenschleime hitzeempfindlich sind, sind die Auszüge mit Kaltwasser anzusetzen. Auszüge aus Eibischwurzel zum Gurgeln werden heiß zubereitet, um Stärke herauszulösen.

 
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