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Isländische Flechte
Isländische Flechte

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Wirkungen:
antimikrobiell
reizlindernd (Atemwege)

Indikationen:
Appetitlosigkeit
Reizhusten

Inhaltsstoffe:
Pflanzensäuren
Polysaccharide

Lateinische Bezeichnung(en):
Cetraria islandica (L.)

Stammpflanze:
Cetraria islandica (L.) Acharius (Parmeliaceae)

Inhaltsstoffe:
Polysaccharide: mehr als 50 %. Ein erheblicher Anteil davon entfällt auf das Lichenan (= Lichenin), ein lineares Copolymer der beta-D-Glucopyranose. Lichenan löst sich nur in heißem Wasser. Die Lösung erstarrt beim Abkühlen zu einer Gallerte. Eine zweite Komponente ist das Isolichenan (= Isolichenin), ein lineares Copolymer der alpha-D-Glukopyranose. Isolichenan löst sich bereits in kaltem Wasser.
Aromatische Flechtensäuren 2-3 %, extrem bitter schmeckend, z. B. Fumarprotocetrarsäure, Protocetrarsäure und Cetrarsäure.
Aliphatische Flechtensäuren mit einem gamma-Lactonring: 1-1,5 % Protolichesterinsäure.

Verwendeter Pflanzenteil:
Getrockneter Thallus (Lichen islandicus). Synonyme: Isländisches Moos, Kramperltee.

Offizinell:
Lichen islandicus: Quellungszahl mind. 4,5.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Reizlindernde Wirkung: Entzündete Schleimhäute werden durch die einhüllende Wirkung der Polysaccharide geschützt. Auszüge finden Einsatz als Mucilaginosum und hustenreizlinderndes Expektorans, wobei die bakteriostatisch wirksamen Flechtensäuren die Wirkung unterstützen. Auch die beobachteten immunstimulierenden Effekte von Auszügen dieser Droge tragen zum schnelleren Abklingen von Erkrankungen der Atemwege bei.
Wirkung bei Gastroenteritis und bei Appetitlosigkeit: Die Schleimstoffe wirken einhüllend auf die Magenschleimhäute, die Bitterstoffe üben eine tonisierende Wirkung auf den Magen aus.

Weitere Wirkungen:
Antimikrobielle Wirkung: Das Dekokt aus der Droge zeigt in vitro eine schwache antibiotische Wirkung gegenüber verschiedenen Keimen.
Antitumorale Wirkung: Im Tierversuch hemmt die Ethanolfällung des wäßrigen Extraktes (enthält Lichenan und Isolichenan) das Wachstum von implantierten Sarcom-180-Tumoren signifikant.
Immunmodulierende Wirkung: ein hochpolymerisiertes, mit heißem Wasser extrahierbares Polysaccharid zeigte in verschiedenen Testmodellen immunmodulierende Eigenschaften.

Unerwünschte Wirkungen:
Es sind beim Menschen keine toxischen Wirkungen bekannt. Sehr selten kommt es bei äußerlicher Anwendung zu Überempfindlichkeit gegenüber Flechtensäuren.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundener trockener Reizhusten; Appetitlosigkeit.

Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis 4-6 g Droge. Berechnungsgrundlage: 5 g Droge.

 
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