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Rizinusöl
Rizinusöl

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Wirkungen:
laxierend

Indikationen:
Obstipation

Inhaltsstoffe:
Triacylglyceride

Lateinische Bezeichnung(en):
Ricinus communis L.

Stammpflanze:
Ricinus communis L. (Euphorbiaceae)
Wunderbaum

Zusammensetzung:
Triglyceride: Triricinolein (70-77 %, Triglycerid der ungesättigten Ricinolsäure). Ricinolsäure macht 85-90 % des Gesamtfettsäuregehaltes aus.

Inhaltsstoffe:
Weitere Inhaltsstoffe: Tocopherole, Sterole (Hauptkomponente beta-Sitosterol).

Gewinnung:
Die Samen werden kalt gepreßt. Das primär gewonnene Öl wird entschleimt, entsäuert und mit Wasserdampf behandelt. Diese Raffinierung gewährleistet Ricin-freies Öl für therapeutische Zwecke.

Offizinell:
Oleum Ricini

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Laxierende Wirkung: Unter Einwirkung der Gallensalze und der Pankreaslipasen bei der Fettspaltung im Dünndarm entsteht freie Ricinolsäure, die für die Wirkung verantwortlich ist. Eine Wirksamkeit von Rizinusöl ist folglich bei Insuffizienz der physiologischen Fettverdauung nicht gegeben. Ricinolsäure gehört zu den antiabsorptiv und sekretagog wirkenden Abführmitteln und wirkt hemmend auf die Wasser- und Ionenrückresorption. Die Wirkung tritt dosisabhängig nach 2-8 Stunden ein.

Unerwünschte Wirkungen:
Es können Magenreizungen und in höheren Dosen Übelkeit, Erbrechen, Koliken und heftiger Durchfall auftreten. Einzelne Fälle von allergischen Hautreaktionen sind bekannt. Nicht anzuwenden während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Wechselwirkungen:
Die Aufnahme fettlöslicher Vitamine wird gehemmt, der erhöhte Kaliumverlust kann die Wirkung von Herzglykosiden verstärken. Die Wirkung des Öls kann durch gleichzeitige Einnahme von Antihistaminika vermindert werden.

Vorsicht bei Ricinussamen: Diese enthalten das Glykoprotein Ricin, das nach Resorption im Darm in die Körperzellen aufgenommen wird und dort die ribosomale Proteinsynthese hemmt, wodurch die Zelle abstirbt. Ricin stellt eines der stärksten Gifte dar, bereits 6 Samen sollen zerkaut beim Kind zum Tod führen.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Zur kurzfristigen Behandlung der Obstipation.
Als Hilfsstoff bei der Herstellung von pharmazeutischen Zubereitungen.

Empfohlene Dosierung:
Als Laxans: mittlere Dosis: 10-30 ml auf nüchternen Magen.

 
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