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Süßholzwurzel
Süßholzwurzel

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Wirkungen:
antiphlogistisch
expektorierend
sekretolytisch, sekretomotorisch
spasmolytisch

Indikationen:
Atemwegserkrankungen
Magenschleimhautentzündungen
Ulcus ventriculi/duodeni

Inhaltsstoffe:
Flavonoide
Saponine

Lateinische Bezeichnung(en):
Glycyrrhiza glabra L.

Stammpflanze:
Glycyrrhiza glabra L. (Fabaceae)

Inhaltsstoffe:
Triterpensaponine: 2-15 %, Hauptkomponente Glycyrrhizin (Kalium-, Ammonium- und Calciumsalze der Glycyrrhizinsäure, Aglykon = Glycyrrhetinsäure). Glycyrrhizin schmeckt ca. 50fach süßer als Rohrzucker, 24-Hydroxy-glycyrrhizin ca.100fach süßer.
Flavonoide: z. B. Aglykon Liquiritigenin.
Weitere Inhaltsstoffe: Chalkone (Derivate des Isoliquiritigenins), Cumarine, saure Polysaccharide.
Lakritze soll nicht mehr als 0,2 % Glycyrrhizinsäure enthalten.

Verwendeter Pflanzenteil:
Wurzeln und Ausläufer (Liquiritiae radix).

Offizinell:
Liquiritiae radix: mind. 4,0 % Glycyrrhizinsäure.
Extractum Liquiritiae
Extractum Liquiritiae fluidum
Mixtura solvens: Fluidextrakt mit Ammonchlorid.
Pulvis Liquiritiae compositus (Kurellapulver): je 15 Teile Sennesblatt und Süßholzwurzel, je 10 Teile Fenchel und gereinigter Schwefel, 50 Teile Rohrzucker.
Species Althaeae: Eibischblatt 55 Teile, Eibischwurzel 25 Teile, Süßholzwurzel 15 Teile, Malvenblüte 5 Teile.
Species pectorales: je 10 Teile Malvenblüte, Königskerzenblüte und Thymianblatt, je 20 Teile Eibischblatt und Eibischwurzel, 25 Teile Süßholzwurzel, 5 Teile Anis.
Species diureticae: je 25 Teile Liebstöckelwurzel, Süßholzwurzel, Hauhechelwurzel, Wacholderbeere.

Therapeutisch relevante Wirkungen:
Expektorierende Wirkung: Die Saponine des Süßholzextraktes senken reflektorisch über Reizung der Magenschleimhaut die Viskosität des Bronchialschleims.
Antiphlogistische und antiulcerogene Wirkung: Glycyrrhizinsäure und das Aglykon Glycyrrhetinsäure verzögern über eine Enzymhemmung den Abbau von Corticosteroiden, eine Induktion der Steroidsekretion konnte nicht beobachtet werden. Die biologische Halbwertszeit von Corticosteroiden wird dadurch verlängert. Glycyrrhizinfreie Extrakte erwiesen sich in klinischen Studien als unwirksam in der Ulkus-Therapie, derartige Extrakte wurden aber mit Erfolg in der Ulkusprophylaxe eingesetzt.

Weitere Wirkungen:
Spasmolytische Wirkung: Die Flavonoide der Süßholzwurzel wirken am isolierten Ileumsegment des Kaninchens krampflösend.
Antimikrobielle Wirkung: Süßholzwurzelextrakte weisen einen nicht unwesentlichen antimikrobiellen Effekt auf.
Leberschutzwirkung: Glycyrrhetinsäure hemmt die Bildung freier Radikale bei der experimentellen Applikation von CCl4.

Unerwünschte Wirkungen:
Bei längerer Anwendung und höherer Dosierung können mineralcorticoide Effekte in Form einer Natrium- und Wasserretention, Kaliumverlust mit Hochdruck, Ödeme und Hypokaliämie und in seltenen Fällen Myoglobinurie auftreten.
Gegen die Anwendung der Droge als Geschmackskorrigens bis zu einer maximalen Tagesdosis von 100 mg Glycyrrhizin (ca. 2,5 g Droge) bestehen keine Einwände. Der "No-effect-level" von Glycyrrhizin beträgt 2 mg/kg Körpergewicht.
Auf Wechselwirkungen mit Pharmaka, die entweder einen Einfluß auf den Ionenhaushalt aufweisen (z. B. Diuretika) oder deren Wirkungen an bestimmte Ionenkonzentrationen geknüpft sind (z. B. herzwirksame Glykoside), ist zu achten.

Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Katarrhe der oberen Luftwege; Ulcus ventriculi/duodeni.

Empfohlene Dosierung:
Mittlere Tagesdosis:
5-15 g Droge (entspr. 200-600 mg Glycyrrhizin)
Succus Liquiritiae (Lakritze): 0,5-1 g bei Katarrhen der oberen Luftwege, 1,5-3 g bei Ulcus ventriculi/duodeni.
Berechnungsgrundlage: 10 g Droge, 0,75 g (bzw. 2,25 g) Lakritze.
Dauer der Anwendung: nicht länger als 4-6 Wochen.

Sonstige Zubereitung:
Succus Liquiritiae (Lakritze): eingedicktes wäßriges Extrakt.

 
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